Vermögensverwalterin rät Schwellenmarkt-Fonds sollten 10 Prozent des Rentenportfolios ausmachen

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Ulrike Häuserer von Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen in Wuppertal Foto: MPF AG

Es gibt sie noch, die erfreulichen Nachrichten aus den Kapitalmärkten. Straf- und Niedrigzinsen konnten Emerging Markets-Hartwährungsanleihen in den ersten acht Monaten des Jahres nichts anhaben. Sie lieferten für Anleger eine Performance im zweistelligen Bereich. Auch die jährlichen Ausschüttungen sind mehr als respektabel, durchschnittliche Kupons können durchaus bei bis zu fünf Prozent liegen. Entscheidend dabei für Anleger ist die Auswahl nach seinem persönlichen Rendite-Risko-Profil.

Im Gegensatz zu individuellen Einzelinvestments bieten sich in den Schwellenländern vor allem Anleihefonds an. Dadurch reduzieren Investoren die Ausfallrisiken der Bonds und generieren eine breite Streuung über die ganze Welt hinweg. Das Schwellenmarkt-Engagement setzt sich meist aus Anleihen mit Investment-Grade-Rating und Hochzinsanleihen zusammen. Die Emittenten die diese Anleihen begeben sind hauptsächlich Regierungen und Unternehmen aus den Schwellenländern, um Beispiel Brasilien, Mexico, Russland, Türkei, China, Ungarn, Indonesien, Ukraine, Argentinien und Südafrika. Diese breite Streuung wäre mit der Auswahl von einzelnen Anleihen so nicht oder nur mit sehr viel Aufwand und folglich hohem Ausfallrisiko möglich. Das Ziel eines Ertrags- und Kapitalwachstums ist auch mit einer breiten Diversifikation in Aussicht gestellt.

Die Auswahl der Fonds hängt regelmäßig von mehreren Parametern ab: Zum Beispiel in welche Anleihen investiert wird, in welche Währung, welches Rating diese haben, wie flexibel der Fonds-Manager die Werte auswählt und welche Kosten der Fonds verursacht. Je nach Ausgestaltung können günstige passive ETFs zum Einsatz kommen. Bei aktiv gemanagten Fonds bringt der Kauf institutioneller Tranchen Kostenvorteile, da die Managementgebühr gegenüber der Retail-Tranche deutlich niedriger ausfällt und auch kein Ausgabeaufschlag anfällt.

In der Praxis haben sich Hartwährungsanleihen durchgesetzt. Viele Anleihen-Fonds werden in den Währungen von Industrienationen begeben, da diese in der Regel stabiler sind als Lokalwährungen. Der US-Dollar steht dabei im Mittelpunkt, Emerging Markets-Anleihen in Euro sind bereits seltener. Mit Anleihen-Fonds in US-Dollar diversifiziert man doppelt, nämlich durch die Fremdwährungskomponente und die weltweite Anleihestreuung in aussichtsreiche Märkte.

Aber auch bei Anleihen in US-Dollar sind freilich Risiken gegeben. Sie bestehen sowohl in potenziellen Wechselkursschwankungen gegenüber dem Euro als auch in der Gefahr einer Kurskorrektur in der Folge einer Zinserhöhung durch die FED.

In einem ausgewogenen Portfolio mit Aktien und Renten dürfen die beschriebenen Anleihe-Fonds in Hartwährungen durchaus rund zehn Prozent des Rentenanteils ausmachen. Sie gehören zur Diversifikation in jedes Portfolio, denn die Emerging Markets (selbst solche, die aktuell in einer Rezession stecken) halten langfristig gute Chancen bereit.