Vermögensverwaltung, Family Office und vermögensverwaltende Ansätze Das macht einen guten Vermögensverwalter aus

Markus Hill, unabhängiger Asset Management Consultant in Frankfurt und Experte für Private-Label-Fonds

Markus Hill, unabhängiger Asset Management Consultant in Frankfurt und Experte für Private-Label-Fonds

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Markus Hill ist unabhängiger Asset Management Consultant in Frankfurt. Seine Fachgebiete liegen in Marketing / Vertrieb / PR und in der Managerselektion. Hill beschäftigt sich intensiv mit Private Label Fonds, Fondsboutiquen und dem Einsatz von Publikumsfonds (Fondsselektion) bei Institutionellen: www.markus-hill.com

„Alter Wein in neuen Schläuchen“: Vermögensverwaltende Ansätze im Fondsbereich haben im Laufe der letzten Jahre an Bekanntheitsgrad zugenommen. Dieser Trend erscheint interessant, da bis heute noch um eindeutige Definitionen gerungen wird - was den präzisen Inhalt dieser Ansätze betrifft. Ähnlich wie die Begriffe Fondsboutique, Stiftungsfonds und Family Office dauert der Kampf um die Deutungshoheit an.

Einige Grundaspekte, die vor Jahren vom Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland (VuV) in die Diskussion geworfen wurden, können vielleicht bei einer Diskussion helfen.

Wo kann man Verbindungen zur Vermögensverwaltungspraxis finden? Was können reine „Produktbausteine“ leisten und was sollte eigentlich einen guten Vermögensverwalter ausmachen? Wo liegen Chancen und Risiken?

Mögliche Diskussionskriterien für Vermögensverwalter und Family Offices


Die Ausgestaltung von Produkten und Dienstleistungen lässt sich anhand von vielen Kriterien diskutieren. Nimmt man die VuV-Gedanken, dann könnten kurz diese Aspekte angesprochen werden:

1.    Investition in mehr als eine Anlageklasse
2.    Eignung als Basisinvestment
3.    Anstreben einer risikoadjustierten Rendite
4.    Fondsmanagement frei von Interessenkonflikten

Eine Sonderaspekt beim Thema „Vermögensverwaltende Ansätze“ kann die Diskussion über eigene Produkte und das Selbstverständnis von Aufgaben und Abgrenzung von Aufgabengebieten bei Family Offices sein. Ähnlich wie bei den vermögensverwaltenden Ansätzen wird in diesen Bereichen – Anbieter von Family Office-Dienstleistungen und auch auf Kundenseite - derzeit intensiv diskutiert.

Wenn unten von Vermögensverwaltern gesprochen wird, könnten eigentlich bestimmte Ausprägungen von Family Offices mit eigenen Fondsprodukten in die Diskussion mit einbezogen werden.

1.    Diversifizierung von Risiken

Schweizer Bankenregel: „Geld ist wie Mist, man muss es streuen“. Die klassische Aufgabe eines Vermögensverwalters sollte im Bereich Risikomanagement bestehen.

In welcher Produktverpackung er dies tut, kann zunächst einmal ein zweitrangiger Aspekt sein. Einzelmandate in der Direktanlage und Fondsmantel waren und sind bis heute üblich.

Kostenaspekte, technische Handhabbarkeit oder einfache Kommunikation im Kundengespräch, auch Anlegerkenntnisse, spielen hier bei der Auswahl eine Rolle.

Was hier nach dem klassischen Mischfonds sozusagen der vermögensverwaltende Ansatz 2.0 leisten kann, wird derzeit intensiv diskutiert, weil auch hier Erwartungen durch die Industrie geweckt wurden, die nur in Teilen erfüllt wurden.

2.    Basisinvestment und Vertrauen

Als Anleger – Privater wie Institutioneller – ist Vorsicht bei dem Begriff Basisinvestment geboten. Viel Vertrauen ist im Vertrieb durch den extensiven Gebrauch dieser Bezeichnung verloren gegangen.

Im Zweifelsfall wurden in der Vergangenheit Kapitallebensversicherungen, genauso wie Geschlossene Fonds und reine Aktienfonds, unter diesem Label angeboten.

Die Branche könnte durch einen differenzierteren Gebrauch dieses Begriffes profitieren. Am Schluss stellt sich die Frage: Wieviel „Eier in einem Korb“, Entwicklungspotential und wie viele Korrelations-Chancen und –Risiken bildet so ein grundlegender Bestandteil im Portfolio?