Vertrauen in Spanien Investoren setzen auf Spanien-ETFs

Raus aus US-Aktien - Rein in Spaniens ETFs (Foto: Getty Images)

Raus aus US-Aktien - Rein in Spaniens ETFs (Foto: Getty Images)

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Der „iShares MSCI Spain Capped ETF“ hat in dem am 11. April beendeten Zeitraum fast 238 Millionen Dollar angezogen, was der höchste Wert für ein Land ist, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten bis 2002 zurück zeigen.

Händler haben in jeder Woche dieses Jahres Geld in den börsennotierten Fonds gepumpt. Der 1,9 Milliarden Dollar schwere ETF, der Unternehmen von Banco Santander bis Telefonica abbildet, hat in diesem Jahr 5,3 Prozent zugelegt, während der Standard & Poor’s 500 Index und der Stoxx Europe 600 Index Rückgänge verzeichneten.

Das Vertrauen nimmt zu, dass Ministerpräsident Mariano Rajoy seine Zusicherung, die spanische Wirtschaft auf Vordermann zu bringen, erfüllen wird. Das südeuropäische Land, das 2012 für seine Banken Hilfsgelder in Anspruch nehmen musste, kehrt zu Wachstum zurück. Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe in diesem Monat zeigten die stärkste Expansion seit mindestens April 2011, und Banken von Santander bis Banco Popular Espanol SA profitieren von der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank.

“Spanien ist ein gutes Ziel für Investments”, sagte Christoph Riniker, Leiter Strategieanalyse bei der Bank Julius Bär in Zürich. “Das Wichtige ist der Unterschied zwischen der Kontraktion und der nun beobachteten Expansion. Das ist die Phase, die entscheidend ist. Es gibt immer noch Spielraum für eine überdurchschnittliche Entwicklung in Spanien.”

Der Leitindex IBEX 35 hat seit dem Neun-Jahres-Tief vom Juli 2012 70 Prozent zugelegt, wobei die Indexmitglieder 234 Milliarden Euro an Marktwert gewonnen haben, wie Bloomberg-Daten zeigen. Die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen lag am Mittwoch bei 3,09 Prozent, dem tiefsten Stand seit achteinhalb Jahren. 2012 belief sie sich noch auf 7,62 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt des Landes wird 2014 erstmals seit 2011 steigen, und zwar um 0,9 Prozent. 2015 soll das Wachstum auf 1,4 Prozent anziehen, lautet die Medianprognose von Ökonomen in einer Bloomberg-Umfrage. Für den Euroraum erwarten die Volkswirte ein Wachstum von 1,1 Prozent in diesem und von 1,5 Prozent im nächsten Jahr.