Vincent McEntegart, Kames Capital „Stärkere Kursschwankungen kommen Anlegern zugute“

Börsenhändler in New York: Die Gewinndynamik ist unverändert intakt. | © Getty Images

Börsenhändler in New York: Die Gewinndynamik ist unverändert intakt. Foto: Getty Images

Vincent McEntegart, Investment Manager des Kames Global Diversified Income Fund

Der fulminante Jahresauftakt ins neue Börsenjahr bescherte globalen Aktien noch im Januar Kursgewinne von über 5 Prozent. Seitdem hat sich das Umfeld jedoch eingetrübt. Die Volatilität ist kräftig gestiegen.

Kapitalwerte unterliegen stets Kursschwankungen, selbst wenn der allgemeine Trend an den Märkten nach oben geht. Entscheidend für unseren Kames Global Diversified Income Fund (ISIN: IE00BYYPFH06) ist, inwiefern die Volatilität den Ertrag belastet.

Im aktuellen Marktumfeld ist die Situation entspannt, Anleger müssen sich keine Sorgen machen. Denn die Turbulenzen an den Börsen wurden in den vergangenen Wochen nicht mehr durch entsprechend dramatische Entwicklungen an den Renten- und Devisenmärkten untermauert. Das deutet darauf hin, dass eher Sorgen über die hohen Aktienbewertungen als über die Konjunktur angebracht sind.

Moderates Wachstum in den USA und Europa

Insgesamt sind die Wirtschaftsprognosen zwar nicht mehr so rosig wie Anfang des Jahres. Im Januar deuteten Indikatoren noch darauf hin, dass das Wachstum in den USA und Europa doppelt so hoch ist wie langfristig prognostiziert. Inzwischen macht sich jedoch eine gewisse Ernüchterung breit. Erstaunlicherweise bedurfte es der Aussicht auf einen weltweiten Handelskrieg, um die Stimmung zu dämpfen. Die jüngsten Analysen deuten in Europa und den USA deuten derzeit auf ein Wachstum von 2 Prozent hin. Es ist kräftig genug, um den Wertpapieren in unserem Diversified Income Fund zum Erfolg zu verhelfen.

Unsere Aktienmanager halten nach wie vor rund um den Globus Ausschau nach Unternehmen, die solide Dividenden ausschütten. Die Gewinndynamik ist unverändert intakt – ausgenommen in Regionen mit starken Währungen wie Deutschland und Japan. Die ausgeschütteten Dividenden übertreffen allgemein unsere Erwartungen, vor allem in Asien. Dort sind wir in das thailändische Energieunternehmen PTT, den chinesischen Konsumwert Anta Sports, die ebenfalls chinesische Ölfirma Group Sinopec und die Bank DB Group investiert.

Bei Income-Strategien geht es selbstverständlich um mehr als die bloße Anlage in Aktien. Anleihen sind ebenfalls von Bedeutung. Die Rückkehr der Volatilität hat Bond-Anleger dazu veranlasst, die Geldpolitik kritisch zu überdenken. Ein plötzliches Ende der ultralockeren Strategie war zu keinem Zeitpunkt wahrscheinlich, passte aber zu dem Optimismus Ende 2017.

Normalisierung der Geldpolitik noch nicht greifbar

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihren Leitzins im März erneut um 0,25 Prozent erhöht. Andere Zentralbanken sind jedoch zurückhaltender. Die Normalisierung der Geldpolitik wird zwar auf breiter Front angestrebt, ist aber nicht in greifbarer Nähe. Das bedeutet, dass Anlagen am Geldmarkt selbst in den USA eine schlechte Wahl sind. Aus heutiger Sicht werden sie kein Kernbestandteil unserer Income-Strategie.

Die Renditen von Staats- und Investment-Grade-Anleihen sind im ersten Quartal gestiegen. Der im aktuellen Handelskonflikt spürbare Protektionismus wird möglicherweise einen Inflationsanstieg mit sich bringen, sollte der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und der chinesischen Regierung eskalieren. Der voraussichtlich negative Vermögenseffekt, den schwächere Risikomärkte bescheren könnten, würde Anleihen jedoch einen starken Impuls geben.

Unser Fazit zum Marktumfeld lautet: Dass die Volatilität wieder steigt, ist gut. Die Idee vom leichten Geld verleitet Anleger nämlich nur dazu, Risiken falsch einzuschätzen. Diversifizierte Strategien eignen sich am besten, um das Kapital unserer Kunden zu schützen und gleichzeitig die Ertragszielen zu verfolgen.