„Völlig unzureichend und wenig wertschätzend“ Gehaltsverhandlungen im Versicherungsinnendienst: Gewerkschaften lehnen Angebot ab

Teilnehmer eines Streiks der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi | © Getty Images

Teilnehmer eines Streiks der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Foto: Getty Images

Das Angebot, das die Arbeitgeber für die Mitarbeiter im Versicherungs-Innendienst in der zweiten Verhandlungsrunde für Versicherungsbeschäftigte vorgelegt haben, sei „völlig unzureichend und wenig wertschätzend“. Das schrieb die Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi in einer Stellungnahme. Die Arbeitnehmervertreter hatten zuvor die Vorschläge der Arbeitgeberseite zurückgewiesen.

Was die Versicherungsbeschäftigten fordern

In den Verhandlungen geht es um die Arbeitsbedingungen für rund 170.000 Beschäftigten im privaten Versicherungsgewerbe. Die Arbeitnehmerseite unter Verhandlungsführer Christoph Meister hatte zwei Kernforderungen gestellt: Neben einer Gehaltsanhebung sollte ein neuer Tarifvertrag auch den Bestand von Arbeitsplätzen im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung in der Versicherungsbranche festschreiben.

Auf diese Forderung wollte die Arbeitgeberseite unter Berufung auf betriebliche Flexibilität nicht eingehen – ebenso wenig wie auf die von Verdi anvisierte Gehaltserhöhung um 4,5 Prozent. „Fassungslos mussten wir ein erstes Gehaltsangebot der Arbeitgeber entgegen nehmen“, heißt es in einem Bericht der Dienstleistungsgewerkschaft. Die Arbeitgeber hatten von 2017 bis 2019 eine Gehaltsanhebung von 1,1, dann 1,0 und schließlich 0,9 Prozent angeboten.

Streik angedroht

Verdi zeigt sich erbost: „Sowohl angemessene Regelungen für die Zukunft der Arbeit in der Versicherungswirtschaft, wie auch eine angemessene Erhöhung der Entgelte ist mit diesen Arbeitgebern am Verhandlungstisch offensichtlich nicht möglich. Nur die Beschäftigten selbst können ihre Arbeitgeber nochmal bewegen. Deshalb bereiten wir nun Streikmaßnahmen vor“, heißt es in einem Aufruf, den Verdi am Wochenende veröffentlicht hat.

Nächster Termin für Tarifverhandlungen, an denen neben Verdi-Vertretern auch Angehörige der Gewerkschaft DVH, dem Bankangestelltenverband DBV und für die Arbeitgeberseite des Versicherungsverbands AGV teilnehmen, ist der 2. Juni.