Vom Research abgeschnitten So wirkt sich das Zuwendungsverbot im Mifid II auf kleine Vermögensverwalter aus

Sitz der EU-Kommission: Laut der von der Brüsseler Behörde beschlossenen Finanzmarkt-Richtlinie Mifid II dürfen Asset Manager künftig kein kostenloses Research von Brokern bekommen. Foto: Getty Images

Sitz der EU-Kommission: Laut der von der Brüsseler Behörde beschlossenen Finanzmarkt-Richtlinie Mifid II dürfen Asset Manager künftig kein kostenloses Research von Brokern bekommen. Foto: Getty Images

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Nach Mifid II müssen die Kosten für Research-Leistungen, die Broker für unabhängige Vermögensverwalter erbringen, von der Handelsprovision entkoppelt werden. Bislang stellten die Broker den Vermögensverwaltern Research-Berichte kostenlos zur Verfügung. Kam es zu einer Transaktion, wurden die Research-Kosten in den Transaktionsgebühren berücksichtigt.

Nach dem Inkrafttreten von Mifid II werden Broker diese Kosten den Vermögensverwaltern gesondert berechnen müssen, erklärt Wolfgang Blättchen, Gründer und Gesellschafter der Beratungsgesellschaft Blättchen Financial Advisory in einer Kolumne für den Weiterbildungs-Anbieter Going Public. Die Asset Manager hätten dann die Wahl, die Research-Kosten selbst zu tragen oder ihren Kunden nach deren Zustimmung in Rechnung zu stellen. Im letzteren Fall müssen sie aber zusätzlich das erwartete Kundennutzen regelmäßig überprüfen und dem Kunden offenlegen.

Für große Vermögensverwalter wird es keine Probleme geben

Für große Vermögensverwalter wäre das kein Problem, ist Blättchen überzeugt. Auch große und mittlere Aktiengesellschaften werden vermutlich nicht über einen Mangel an Analysten-Aufmerksamkeit klagen müssen. Kleine Asset Manager und Small-Cap-Unternehmen hingegen dürften Probleme bekommen, prophezeit der Finanzexperte.