Wachstum bei Indexfonds Nachhaltigkeits-Fonds: Zahl der Neuauflagen steigt immer weiter

Waldstück im Herbst. Auf dem europäischen Markt tauchen immer mehr Fonds auf, die nach ökologischen und sozial verantwortlichen Kriterien anlegen | © Getty Images

Waldstück im Herbst. Auf dem europäischen Markt tauchen immer mehr Fonds auf, die nach ökologischen und sozial verantwortlichen Kriterien anlegen Foto: Getty Images

Im ablaufenden Jahr wurden erneut mehr Fonds mit Fokus auf nachhaltige Anlagekriterien aufgelegt als im Jahr zuvor: Per 2. Dezember tauchten 101 Produkte neu am europäischen Fondsmarkt auf. Damit übersteigt die Zahl der Neuauflagen in diesem Bereich bereits einen Monat vor Jahresende die gesamten Neuauflagen des Jahres 2015, als insgesamt 96 Produkte neu hinzukamen. 2014 waren es 92 Fonds. Die Zahlen hat das Analysehaus Morningstar ermittelt.

2.096 ESG-Fonds, also Investmentprodukte, die nach ökologischen und sozialen Gesichtspunkten und mit Blick auf eine sozial verantwortliche Unternehmungsführung anlegen, zählt Morningstar aktuell am europäischen Fondsmarkt.  Trotz immer mehr Neuauflagen mache ihr Anteil allerdings nur bescheidene 3,5 Prozent am Gesamt-Fondsmarkt aus, stellt Morningstar-Analyst Ali Masarwah fest.

Die meisten ESG-Fonds setzen auf Aktien

Mit einem Anteil von 55 Prozent sind mehr als die Hälfte der Fonds, die unter nachhaltigen Gesichtspunkten anlegen, Aktienfonds. Das könne an der längeren Historie von nachhaltigen Aktieninvestments liegen, wodurch es auch mehr „grüne“ Aktien-Benchmarks gebe als solche im Rentenbereich, vermutet Masarwah. Lediglich 17 Prozent der in Europa notierten ESG-Fonds sind Rentenfonds.

Neben aktiv gemanagten Strategien finden sich im ESG-Bereich auch viele Indexfonds: 29 der 101 bis Anfang des Monats getätigten Neuauflagen 2016 sind Indexprodukte. Die meisten passiven Produkte sind laut Morningstar jedoch nicht an der Börse erhältlich: Nur neun der 29 frischen Indexfonds sind ETFs, also börsengehandelte Indexfonds.

Aktivster Anbieter war BNP Paribas

Die mit Abstand meisten Neuauflagen bei ESG-Fonds stammen aus dem französischen Bankhaus BNP Paribas. Hier erblickten im laufenden Jahr bis Ende November 19 ESG-Fonds das Licht der Welt – mit 12 Fonds davon über die Hälfte Indexfolger. Es folgt mit weitem Abstand Candriam, wo es im selben Zeitraum fünf Neuauflagen gab.