Wachstum ohne Klimafolgen „An nachhaltigen Strategien kommt kein Investor vorbei“

Golfer vor Windrädern in Mountain House, Kalifornien: Nachhaltiges Investieren ist in der Finanzbranche inzwischen zur Routine geworden. | © Getty Images

Golfer vor Windrädern in Mountain House, Kalifornien: Nachhaltiges Investieren ist in der Finanzbranche inzwischen zur Routine geworden. Foto: Getty Images

Dass es um das Weltklima schlecht steht, ist mittlerweile fast überall angekommen. Eine Zeitung zu lesen, ohne auf Naturkatastrophen zu stoßen, ist nahezu unmöglich. Vergangenen September fegte Hurrikan „Irma“ über die USA hinweg, im November zerstörte ein ungewöhnlich starkes Sturmtief in Griechenland ganze Straßenzüge und Häuser.

Immer mehr Länder sagen dem Klimawandel, der als Ursache vieler Unwetter gilt, den Kampf an. Chinas Regierung um Präsident Xi Jinping will beispielsweise Smog-Wolken verkleinern. Im Rahmen eines „Winterschlachtplans “ bleiben Tausende chinesische Fabriken und Baustellen – unter anderem Peking ­– von Mitte November bis Mitte März geschlossen. Das Ziel: eine abermalige „Airpocalypse“ verhindern.

Nachhaltige Investments immer beliebter

Auch immer mehr Anleger berücksichtigen Umweltaspekte. Die Zahl der Anhänger nachhaltiger Investments ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Laut der Global Sustainable Investment Alliance (GSIA), einem Zusammenschluss der sieben weltweit größten Organisationen für nachhaltiges Investieren, wurden zu Beginn des Jahres 2016 bereits knapp 23 Billionen US-Dollar nachhaltig verwaltet. Gegenüber dem Jahr 2014 ist das ein Plus von 25 Prozent.

Nachhaltiges Investieren umfasst nicht nur Umweltaspekte, sondern auch sozial-gesellschaftliche Themen und die Art der Unternehmensführung. Festgemacht wird Nachhaltigkeit in der Finanzbranche an den sogenannten ESG-Kriterien (Environmental, Social und Governance).

Unter institutionellen Investoren haben sich die ESG-Kriterien längst durchgesetzt. Unternehmen, die Massenvernichtungswaffen herstellen, gegen Menschenrechte verstoßen oder Regenwälder abholzen stehen auf der Ausschlussliste vieler Pensionsfonds oder Versicherer. Einer der Vorreiter ist der norwegische Staatsfonds.

Renditeschmälerung durch Dieselskandal

Doch auch immer mehr Privatanleger interessieren sich für umwelt- und sozialgerechte Investments. Skandale wie die Abgasmanipulation des deutschen Autobauers VW zeigen schließlich,  dass nicht nachhaltig wirtschaftende Unternehmen echte Risiken darstellen.

Nachhaltiges Investieren ist in der Finanzbranche inzwischen insgesamt zur Routine geworden. Alle großen Vermögensverwalter setzen ihre Expertise ein, um nachhaltige Anlagechancen zu identifizieren, und zwar ohne Rendite- und Diversifikationsaspekte zu vernachlässigen. Es spricht einiges dafür, dass sich das Wachstum von ESG-Investments in den kommenden Jahren weiter fortsetzt. Inzwischen sind viele ETFs auf Nachhaltigkeitsindizes aufgelegt worden.