Wachtendorf-Kolumne Fünf Prognosen für 2017, die noch nicht überall zu lesen waren

Egon Wachtendorf, Chefredakteur DER FONDS

Egon Wachtendorf, Chefredakteur DER FONDS

Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist – diese nicht ganz ernstzunehmende Bauernregel kommt mir jedes Mal in den Sinn, wenn zwischen den Jahren eine Vielzahl von Börsenausblicken auf die Anleger niederprasselt. Was davon zu halten ist, bringt ganz aktuell die Deutsche Bank mit ihrer in ganzseitigen Zeitungsannoncen verbreiteten Goldpreis-Prognose für 2017 auf den Punkt: „Preisanstieg auf 1.230 US-Dollar je Feinunze im Jahresverlauf möglich. Prognose aufgrund erheblicher Marktrisiken jedoch mit Unsicherheiten behaftet.“ Sehr viel mehr muss – und will – man dazu wirklich nicht wissen.

Trotzdem auch an dieser Stelle einige Prognosen für das Jahr 2017, das Thema Investmentfonds betreffend. Sie sparen das nicht kalkulierbare Auf und Ab der Kapitalmärkte aus, ihre Treffer-Wahrscheinlichkeit ist deshalb ziemlich hoch. Über den Nutzwert lässt sich natürlich streiten – doch bei welcher Prognose lässt es sich das nicht?

Prognose Nummer Eins: Es wird 2017 nach dem gerade verkündeten Kauf von Pioneer durch Amundi weitere Übernahmen auf dem europäischen Investmentmarkt geben. Vielleicht geht der Zuschlag dabei sogar zum ersten Mal an ein chinesisches Unternehmen.

Prognose Nummer Zwei: Im Jahr der Bundestagswahl wird das Thema Altersvorsorge weiter hohe Wellen schlagen. Dabei kommt es aber auch 2017 keinem verantwortlichen Politiker in den Sinn, über den Tellerrand von Riester oder Garantieversprechen hinauszudenken und beispielsweise eine auf deutsche Bedürfnisse zugeschnittene Förderung à la 401(k) anzuregen.

Prognose Nummer Drei: Zugangsbeschränkungen bei Spitzenfonds wegen zu hoher Mittelzuflüsse bleiben auf der Agenda. Dabei muss es keineswegs nur milliardenschwere Top-Seller treffen. Für einen der besten europäischen Aktienfonds des vergangenen Jahres, den Squad European Convictions, trat bereits bei einem Volumen von 50 Millionen Euro ein Soft Close in Kraft, beim 2016 ebenfalls sehr erfolgreichen KR Deutsche Aktien Spezial war kurz vor der 200-Millionen-Euro-Marke Schluss mit freiem Zugang.

Prognose Nummer Vier: Das Ende 2016 um den Friedrich & Weik Wertefonds bereicherte Segment der Promi-Fonds bekommt weiter Zuwachs. Im Zeitalter von Facebook, Twitter und YouTube ist die Verlockung, über den zur Marke gewordenen eigenen Namen Anlegergelder einzusammeln, einfach zu groß.

Prognose Nummer Fünf: Ende Dezember wird in der Performance-Abschlussliste wieder ein Fonds vorne stehen, den zu Beginn niemand auf der Rechnung hatte. Wer ihn voraussagen möchte, kann genauso gut mit der Deutschen Bank auf Dax und Goldpreis wetten.

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