Währungssicherungen „Es lohnt sich, genau hinzusehen“

Vorsichtige Schritte in den Alpen: Ein Bergsteiger sichert seinen Weg. Investoren können mit Währungs-Hedgings Kursschwankungen abfangen. | © Pixabay

Vorsichtige Schritte in den Alpen: Ein Bergsteiger sichert seinen Weg. Investoren können mit Währungs-Hedgings Kursschwankungen abfangen. Foto: Pixabay

Ich hatte zum Währungs-Hedging schon mit den unterschiedlichsten Menschen lebhafte Diskussionen. Oft herrscht ein Glaubenskrieg. Die Argumente zum Währungs-Hedging erstrecken sich von „vermindert Volatilitätsrisiken“ und „absolutes Muss“ bis hin zu „frisst unnötig die Performance“.

Die nachstehende Grafik zeigt, dass die erwartete Volatilität zwischen den Währungen im Jahr 2016 im Vergleich zu den Vorjahren ein ganz neues Niveau erreicht hat. Es ist daher Zeit, die Diskussion neu aufzunehmen – und vielleicht etwas zu objektivieren.

Währungsvolatilität steigt

                                              Quelle: Thomson Reuters DataStream and BlackRock Investment Institute, 13. Januar 2017


Mehr Objektivität: Das bringt ein Strategiepapier meiner US-amerikanischen Kollegen, das ich dieser Tage auf dem Schreibtisch hatte. Für Anleger in den USA ist das ja auch – angesichts einer allgemein erwarteten Aufwertung des US-Dollars auf mittlere Sicht – ein ganz heißes Thema. Aber auch wir in der Eurozone sollten uns dazu Gedanken machen.

Für Spezialisten, die auf währungsgesicherte Anlagen setzen, gibt es zwei Anwendungsmöglichkeiten: Währungsgesicherte Anlagen können zum einen taktisch zur Performance-Steigerung und zum anderen als strategische Allokation zum Volatilitätsmanagement eingesetzt werden.

Bessere Performance mit Währungssicherungen

Die Taktik ist im Timing schwierig und in der Praxis mit Anlegern kaum durchführbar. Dazu kommt: Untersuchungen zeigen seit Jahren, dass sich Währungen zumindest in den entwickelten Märkten immer wieder um das langfristige Mittel ihrer Bewertungen einpendeln. Wer eine langfristige Strategie verfolgt, muss sich hier also keine allzu großen Performance-Sorgen machen.

Und selbst wer mittelfristig denkt, kann sich als Anleger aus der Eurozone heute vermutlich sogar über einen künftig leicht aufwertenden US-Dollar freuen. Allenfalls japanische Investments in Yen könnten, sollte der Yen mittelfristig stärker unter Druck geraten als der Euro, in währungsgesicherten Fondstranchen besser aufgehoben sein. Das muss aber jeder Anleger mit sich selber ausmachen.

Mit Währungs-Hedging Schwankungen minimieren

Die strategische Option dient dazu, Kursschwankungen abzufangen. Das kann für Anleger durchaus interessant sein, gerade, wenn wir in Zukunft wieder Bewegung an den Währungsmärkten sehen. Und dafür gibt es genügend Hinweise: Sie reichen von der unterschiedlichen Geldpolitik der Zentralbanken bis zu politischen Unsicherheiten, die den Schwung der Wirtschaft zumindest in der einen oder anderen Region unvermittelt bremsen könnten. Das hat Auswirkungen auf das Währungsgefüge.

Doch auch hier lohnt es sich genauer hinzusehen. Denn der Effekt des Währungs-Hedgings hängt davon ab, wie die Marktentwicklung und die Währungsentwicklung korreliert sind. Bei einer positiven Korrelation ist es besonders wichtig, den Einfluss der Währung „wegzuhedgen“, um die Portfoliovolatilität besser in den Griff zu bekommen. Hier kann die Sharpe Ratio und damit der Ertrag, den man für ein eingegangenes Risiko erhält, durch Hedging wesentlich verbessert werden.

Umgekehrt ist bei negativer Korrelation beispielweise eines Aktien-Investments zu dessen Währung ein zusätzliches Hedging kaum erforderlich. Währungsentwicklung und Aktienmarktentwicklung sorgen hier ja schon selbst für eine gute Diversifikation.

Schließlich stellt sich am Schluss immer die Frage: Zu welchen Kosten kann ich währungsgesichert investieren? Denn es geht immer auch um Aufwand und Nutzen. Für mich lohnt sich hier der Blick auf ETFs – denn die eröffnen auch für Euro-Anleger einen kostengünstigen, transparenten und unkomplizierten Zugang zu globalen oder regionalen Anlagemärkten.