Wandel der internationalen Handelsströme Welthandel lässt nach? Hier erfahren Sie, was zu tun ist

World Robot Conference in Peking: Anleger sollten sich darauf einstellen, dass sich die Wertschöpfung künftig tiefgreifend verändern wird. | © Getty Images

World Robot Conference in Peking: Anleger sollten sich darauf einstellen, dass sich die Wertschöpfung künftig tiefgreifend verändern wird. Foto: Getty Images

Nach der Finanzkrise hatte sich der Welthandel zunächst gut erholt, seitdem hat sich das Wachstum allerdings im Vergleich zur Entwicklung der Weltwirtschaft deutlich verlangsamt. Aus deutscher Sicht ist das Phänomen bislang gar nicht in Erscheinung getreten, schließlich eilt die heimische Wirtschaft beim Export von Rekord zu Rekord.

Global gesehen sprechen die Zahlen allerdings eine deutliche Sprache: Während der Welthandel in der Phase von Mitte der 1980er-Jahre bis zur Finanzkrise laut Internationalem Währungsfonds doppelt so schnell gewachsen ist wie die Weltwirtschaft, liegen beide Kennzahlen seit dem Jahr 2012 gleichauf. Die Wachstumsraten des weltweiten Handels haben sich in etwa halbiert und sind zuletzt weiter gesunken. Für global agierende Investoren ein bemerkenswerter Einschnitt, da sich mit den Warenströmen auch die Wertschöpfungsketten verschieben. Das sind die Gründe – und deshalb sollten Anleger sie kennen:

Grund 1: Das Wirtschaftswachstum ist abgeschwächt

Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich zwar längst nicht so stark abgeschwächt wie der globale Handel, ist aber im Vergleich zu den Jahrzehnten vor der Finanzkrise dennoch gesunken. Das Wirtschaftswachstum gilt unter Experten als wichtiger Hebel für die Entwicklung des internationalen Handels. Demnach haben das starke Wachstum und hohe Auslandsinvestitionen der Unternehmen den Welthandel lange beflügelt. Seit die Wirtschaft vielerorts nicht mehr so rasant wächst, kappen Firmen vor allem das Auslandsgeschäft. Laut Weltwährungsfonds ist dieser Effekt mit 75 Prozent der stärkste Faktor für den Rückgang – aber längst nicht der einzige.

Wichtig für Anleger:

Analysieren Sie, welche Branchen und Firmen von einem verlangsamten Welthandel nur wenig betroffen sind – oder sogar davon profitieren könnten. Wenn Unternehmen sich wieder verstärkt auf ihren Heimatmarkt fokussieren, rücken andere Alleinstellungsmerkmale in den Vordergrund, etwa, wie schnell Firmen auf Änderungen bei Kundenwünschen reagieren können.

Grafik: Welthandel schwächt sich ab

Quelle: IMF World Economic Outlook, Oktober 2016. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Indikatoren für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert. Fremdwährungsanlagen sind Wechselkursschwankungen unterworfen.

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