Warten auf Reformen EU verzögert Hilfezahlungen für Griechenland

Die Akropolis in Athen: EU-Länder verzögern die Hilfezahlungen an Griechenland. Foto: Getty Images

Die Akropolis in Athen: EU-Länder verzögern die Hilfezahlungen an Griechenland. Foto: Getty Images

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"Alle haben sich daran gewöhnt, dass die Prüfungen länger dauern", erklärte Rimantas Sadzius, der Finanzminister Litauens, im Interview am Freitag. "Alle sind darauf vorbereitet, eine 100-prozentige Erfüllung der Vereinbarungen einzufordern."

Europas Regierungen werden sich nicht beeilen, Griechenland zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen, solange Tsipras nicht die versprochenen Reformen des Rentensystems und des Arbeitsmarktes durchgeführt und die Finanzlücken des Landes gestopft hat. Wegen des langsamen Vorgehens des Landes sind seine Kreditkosten wieder auf den höchsten Stand seit August gestiegen - es besteht die Befürchtung, dass der Konflikt wieder aufflammt, der im vergangenen Jahr fast zu einem Ausschluss des Landes aus der Eurozone geführt hatte.

4 Milliarden Euro oder mehr 

Griechenland könnte 4 Milliarden Euro oder mehr erhalten, sobald die Kreditgeber die Prüfung der jüngsten Rettungsaktion abgeschlossen haben, wie aus informierten Kreisen verlautete. Sollte sich das Land diese Mittel nicht sichern können, droht ihm ein Finanzengpass Mitte des Jahres.

Die erste Prüfung des Hilfsprogramms im Volumen von 86 Milliarden Euro, das im August beschlossen wurde, hätte eigentlich schon im Februar abgeschlossen sein sollen und hängt nun in der Schwebe. In einem Interview mit der französischen Zeitung Le Figaro erklärte ESM-Chef Klaus Regling, dass die Prüfung seiner Einschätzung nach vor Ostern abgeschlossen sein könnte.