Warum der Dax auf 16.800 Punkte steigt

Börse in Frankfurt: Dax bald fünfstellig? (Foto: Getty)

Börse in Frankfurt: Dax bald fünfstellig? (Foto: Getty)

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Die (Finanz-)Welt gerät aus den Fugen und der Begriff der „Krise“ ist ein ständiger Begleiter in den Medien und der Öffentlichkeitsbeschallung. Dabei sollten selbst finanzmarktunkundige Bürger inzwischen das Feindbild Bank so intensiviert haben, dass Occupy Bewegungen als liebenswerte Zeltlager angesehen werden. Kritiker sind kritisch und deshalb gut für das System!

Ohne die gravierenden Mängel des Finanzsystems hier schön reden zu wollen, so fehlt doch den Kritikern in jeglicher Hinsicht eine klare alternative Vorstellung. Wohlgemerkt eine funktionierende alternative Vorstellung und keine heile Welt Transfergesellschaft. Der permanente Schrei nach Staatshilfen führt nicht zu einer Verbesserung der Situation, sondern verschlimmert sie stetig. Wer maroden Firmen à la Schlecker hilft, der bestraft die Unternehmen, die anständig mit ihren Mitarbeitern und Kunden umgehen und daher erfolgreicher sind und treibt diese womöglich auch noch in die Insolvenz.

Subventionen und Staatshilfen führen regelmäßig zu Fehlallokationen von Mensch und Ressourcen. Bestens zu beobachten bei den Solarförderungen, die Innovationen nur hindern und letztlich, siehe Q-Cells, Firmen in die Insolvenz bringen. Und wenn der Staat noch anfängt die Benzinpreise zu regulieren, dann sind wir nicht mehr weit davon entfernt, dass künftig jede Art von Produktpreis staatlich reguliert werden sollte, wenn er uns nicht mehr passt.

Der Normalbürger weiß nicht mehr, dass Preise eines der wichtigsten Regulative einer freien Marktwirtschaft sind. Glaubt denn irgendjemand, dass Alternative Energien erschwinglich werden, wenn man sie subventioniert? Nein, sie werden erschwinglich, wenn die herkömmlichen Energien wie Benzin und Kohle zu teuer werden, nur dann erfolgt Innovation und Entwicklung in diesem Sektor, denn nur dann können sich die Marktkräfte regulieren.

Der Anleger ist dumm und muss dumm bleiben!

Dies gilt ebenso für die Finanzmärkte, die man andauernd zähmen will, um zu kaschieren, dass das vorgeschobene Gutmenschentum nur eine hohle Fassade ist. Die viel gescholtenen bösen Finanzmärkte machen genau das, was sie sollen, sie bereinigen sich. Eine der wertvollsten Errungenschaften der freien Märkte. Genau in solchen Zeiten sind zwei extreme Phänomene zu beobachten: Erstens die permanente Beschallung der Öffentlichkeit mit Krisen- und Horrorszenarien und zweitens die völlige Verweigerung von Investoren risikobehaftete Investments zu tätigen. Ersteres legt die Tatkraft lahm, letzteres die Funktionalität von Finanzmärkten. Beides können Sie derzeit live miterleben!

Wie reagiert der Staat: Finanz TÜV für alle Finanzprodukte! Aus irgendeinem Grund wird an die Finanzbranche ein besonders hoher moralischer Ansatz gestellt. Kein Bäcker, kein Modeverkäufer und kein Autohändler wird derartig gegängelt und muss seitenlange Beipackzettel zu seinem Produkt aushändigen: „Achtung, der Gebrauch dieses Autos kann zu Unfällen führen. Wenn Ihr Wagen unter einen LKW gerät, ist er womöglich kaputt. Fahrradfahren wäre ohnehin gesünder!“ Aber nicht nur das, er muss auch alle Provisionen offen legen, denn der Finanzberater verdient doch tatsächlich am Verkauf eines Finanzproduktes. Skandal, tönt es aus allen Ecken und Enden der Verbraucherschützer! Wie einfältig muss man eigentlich sein, um das Gegenteil zu glauben. Nein, es braucht den Finanz TÜV. Warum soll man Bürger auch selbst den gesunden Menschenverstand gebrauchen lassen – ein Gütesiegel und die Welt ist in Ordnung.

Und wer vergibt das Gütesiegel? Verbraucherschützer natürlich, ein Gewerbe, welches so gut wie keiner Regulierung unterliegt. Ausgeschlossen, dass es unter diesen oft selbsternannten Wohltätern welche gibt, die auf Ruhm, Geld, Karriere oder einfach nur Krawall aus sind. Verbraucherschützer darf sich übrigens jeder nennen, es gibt weder Ausbildung noch Examen noch ein Amt, welches Zulassungen vergibt.

Dennoch ist die Glaubwürdigkeit der Beschützer kaum zu erschüttern, auch wenn sie seinerzeit Anleger massenhaft zu Kaupthing Bank Tagesgeldkonten oder offenen Immobilienfonds geraten haben. Wenn sie so schwachsinnige Meinungen, wie „Aktien taugen nicht für die Altersvorsorge“, vertreten oder schonungslos die Wahrheit verkünden, die kaum jemand für möglich hielt: „Josef Ackermann ist nicht Chef der Heilsarmee.“

Weniger Staat, statt mehr Staat

Das letzte Mal, als wir derartige Zustände hatten, war in den 70er Jahren. Die damaligen Ölschocks haben zu einem völligen Umdenken in der Bevölkerung geführt und wahnsinnige Zukunftsängste verursacht, der Club of Rom prognostizierte die Endlichkeit der globalen Ressourcen und die Presse verbreitete ein Krisenszenario nach dem anderen. Die Folge: An den Börsen erlebten wir starke Volatilitäten und ein ganzes verlorenes Jahrzehnt. Über 10 Jahre auf und ab an den Kapitalmärkten und überwiegend Verluste in den Anlegerdepots.