Was Eichhörnchen und Mischfonds gemeinsam haben

Oliver N. Hagedorn von avesco Financial Services

Oliver N. Hagedorn von avesco Financial Services

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DAS INVESTMENT.com: Was ist ein Multi-Asset-Klassen-Ansatz (MAC)?

Oliver Hagedorn: Das ist unscharf definiert. Grundsätzlich wird das Wort Multi in diesem Zusammenhang dann verwendet, wenn in mehrere Anlageklassen investiert wird. Jeder Mischfonds, der beispielsweise in Aktien und Renten investiert, kann sich so bezeichnen. Avesco hat allerdings einen deutlich weitergehenden Ansatz.

DAS INVESTMENT.com:
Worin besteht dieser weitergehende Ansatz?

Hagedorn: Im Gegensatz zu allen Ansätzen, die sich von vorneherein auf eine begrenzte Zahl von Asset-Klassen festlegen, schließt Avesco prinzipiell keine Anlageklasse aus. Wir machen die Asset-Allokation ohne eigene Präferenzen, sondern richten sie ausschließlich an den Zielen und Wünschen des Kunden aus. Deshalb werden traditionelle sowie alternative Anlageklassen ebenso berücksichtigt wie beispielsweise handelbare Wertpapiere oder nicht bewegliche Beteiligungen.

DAS INVESTMENT.com: Wie viel Asset-Klassen braucht man denn für eine gute Asset-Allokation?

Hagedorn: Es ist eine Binsenweisheit, nicht alle Eier in einen Korb zu legen, wenn man ‚auf Nummer sicher‘ gehen will. Eichhörnchen platzieren ihre Vorräte für ihre Winternahrung an verschiedenen Orten, um bei der Entdeckung eines Versteckes durch andere Tiere nicht sofort den gesamten Vorrat zu verlieren. Also je mehr Verstecke, desto weniger Risiken – je mehr wirklich unabhängige Anlageklassen, desto höher die Rendite bei reduziertem Risiko.

DAS INVESTMENT.com: Gibt es Asset-Klassen, die sich besonders gut zur Streuung eignen?

Hagedorn: Das kommt auf die insgesamt ausgewählten Anlageklassen an. Plant ein Anleger, sein Geld in Aktien und Staatsanleihen zu investieren, wären beispielsweise Managed Futures eine ideale Ergänzung, da diese Anlageklasse gerade dann einen Ausgleich schafft, wenn Aktien oder Staatsanleihen unter Druck geraten. Wald wäre ein weiteres Beispiel. Ein Kahlschlag aufgrund einer Naturkatastrophe hätte Einfluss auf den Wert einer betroffenen Waldfläche. Zwar könnte das Holz noch verkauft werden, aber das biologische Wachstum wäre bis zur Wiederaufforstung unterbrochen. Ein Börsencrash wiederum hat kaum Einfluss auf die Bewertung und die Erträge des Waldes.

DAS INVESTMENT.com: Die Vorreiter aller MAC-Ansätze sind die Stiftungen der Universitäten von Yale und Harvard. Die haben aber schwierige Jahre hinter sich.

Hagedorn: Genau genommen nur das Geschäftsjahr 2008/2009. Trotz aller Rückschläge sind die beiden risikoadjustiert über Jahrzehnte hinweg die weltweit erfolgreichsten Investoren, und wir können für die Anlagestrategie viel von ihnen lernen.