Was fliegt denn da: Fakten für Flugzeugfonds-Investoren

Airbus A380 | © Airbus S.A.S. 2014 - photo by master films / A. DOUMENJOU

Airbus A380 Foto: Airbus S.A.S. 2014 - photo by master films / A. DOUMENJOU

Dass Flugreisen häufig eine spannende Erfahrung darstellen, liegt nicht zuletzt an den Flugzeugen, die Kinder genau wie Erwachsene beeindrucken. Generell lassen sich kommerzielle Flugzeuge in zwei Kategorien einteilen: Narrow-Body- und Wide-Body-Flugzeuge. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal ist hier der Durchmesser des Rumpfs.

Bei Narrow-Body-Flugzeugen können darüber hinaus noch weitere Unterscheidungen vorgenommen werden. Die kleinsten Vertreter Ihrer Art sind die Regionalflugzeuge: Üblicherweise finden in ihnen bis zu 125 Passagiere Platz. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal innerhalb der Regional Jets ist in der Bauart ihrer Triebwerke zu sehen. Es gibt sowohl Turbo-Prop-getriebene als auch Turbo-Fan-getriebene Regional Jets. Während bei den Turbo-Prop-Flugzeugen ein freiliegender Propeller den Vortrieb erzeugt, geschieht dies bei den Regional-Jets durch große, rotierende Verdichterschaufeln und die zugehörigen Statorschaufeln, welche im sogenannten Fan-Gehäuse rotierend oder fest montiert sind. Ein Teil des Schubs wird auch durch den Abgasstrahl des eigentlichen Kerntriebwerks erzeugt – man spricht hier auch vom heißen oder kalten Gaspfad (dazu später in einem Artikel zum Thema Triebwerkstechnik).

Generell haben beide Antriebsvarianten ihre Vor- und Nachteile. Während Turbo-Prop-Triebwerke bei langsamen Geschwindigkeiten sehr effizient arbeiten, erzeugen Sie gleichzeitig mehr Lärm. Flugzeuge, die mit dem diesem Antriebskonzept ausgestattet sind, sind durch ihre hohe Effizienz bei geringen Geschwindigkeiten besonders im Steigflug im Vorteil. Im Reiseflug gilt dies allerdings nicht: Hier sind die Turbo-Fan-Triebwerk getriebenen Luftfahrzeuge wesentlich schneller und oftmals auch effizienter.

Turbo-Fan-Triebwerk. Quelle: Airbus S.A.S. 2011 - photo by exm company / H. GoussÉ

Übliche Reichweiten für Turbo-Props liegen im Bereich zwischen 500 und 1.250 Nautischen Meilen (NM); dies entspricht etwa 950 bis 2.350 km. Zum Vergleich: Die Entfernung Berlin-Paris beträgt rund 900 km, Berlin-Madrid rund 1.800 km. Für Turbo-Fan getriebene Flugzeuge sind Reichweiten von über 2.000 NM (ca. 3700 km) nicht ungewöhnlich. Dies entspricht in etwa der Strecke von Berlin nach Teneriffa (3.650 km)

Eine häufig vorgenommene Kategorisierung besteht auch in der Anzahl der Sitze, die in der Kabine nebeneinander angeordnet sind. Für die Regional-Airliner sind zwischen zwei und fünf Sitzen pro Sitzreihe üblich.

Die wohl üblichsten Vertreter der Narrow-Body-Flugzeuge sind jene mit 6 Sitzen pro Sitzreihe. Diese, schon recht großen Flugzeuge können je nach Bestuhlung mehr als 200 Personen an Bord befördern. Ihr Rumpf hat einen Durchmesser von über 3,5 Metern, und ihre maximale Reichweite liegt in der Größenordnung oberhalb der 3.200 NM (6.000 km). Vergleich: Reykjavik (Island)-Athen: rund 4.200 km.

Die wahrscheinlich markantesten Flieger am Himmel sind jene aus der Kategorie der Wide-Body-Flugzeuge. Auch heute noch, in einer Zeit, in der Fern- und Interkontinentalreisen zum Privat- und Berufsleben selbstverständlich dazu gehören, sind Jumbo-Jets als erstes oder letztes Bild einer Reise heiß begehrt.

Wide-Body-Flugzeuge haben mehr als 6 Sitze pro Sitzreihe. Üblicherweise gibt es im Gegensatz zu den Narrow-Body-Flugzeugen zwei Gänge durch die Stuhlreihen. Bei der Bestuhlung solcher Großraumflugzeuge können bis zu 10 Sitze pro Sitzreihe umgesetzt werden. Da diese Wide-Body-Flugzeuge in der Regel auf Interkontinentalflügen eingesetzt werden, ist in Ihnen die Bestuhlung in der Regel in mehrere Klassen aufgeteilt, etwa in Economy, Premium Economy, Business-Klasse und Erste Klasse. Die Sitze der höherwertigen Konfigurationen sind komfortabler, nehmen dadurch aber logischerweise auch mehr Platz im Rumpf ein.

Einige Großraumflugzeuge verfügen auch über mehrere Etagen – etwa die Boeing 747, bei der der vordere Teil des Rumpfes zweistöckig ist.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Wide-Body-Flugzeugen besteht zudem in der Motorisierung. Einige Flugzeuge sind mit zwei Triebwerken ausgestattet, andere mit vier. Generell werden alle aktuellen Wide-Body-Flugzeuge von Turbo-Fan-Triebwerken angetrieben. Selbstverständlich sind diese deutlich größer als die der kleineren Flugzeuge. Oftmals sind die Triebwerksgondeln vom Durchmesser her so groß, dass dieser den Durchmesser eines Narrow-Body-Flugzeugrumpfs übersteigt.

Narrow-Body (Airbus A320), Quelle: Airfrance
Hauptdeck Wide-Body (Airbus A380), Quelle: Airfrance
Oberdeck Wide-Body (Airbus A380), Quelle: Airfrance

Sowohl Narrow- als auch Wide-Body-Flugzeuge für den Luftverkehrsmarkt wichtig. Nicht zu vergessen ist, dass auch innerhalb der Flugzeugklassen durchaus elementare Unterschiede zwischen den einzelnen Flugzeugtypen existieren. Mehr dazu im nächsten Artikel.

Weitere aktuelle Artikel zum Thema Flugzeug-Investments finden Sie hier.