Wegen Kreditbetrug Ex-Beluga-Chef drohen mehr als 3 Jahre Haft

Ex-Beluga-Chef Niels Stolberg

Ex-Beluga-Chef Niels Stolberg

Eine Haftstrafe zwischen drei Jahren und sechs Monaten und drei Jahren und neun Monaten - diese Strafe schlägt nach 55 Verhandlungstagen das Landgericht Bremen für Ex-Beluga-Chef Niels Stolberg vor. Die drei Mitangeklagten im Beluga-Prozess sollen mit Bewährungsstrafen davonkommen. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Im Prozess um den Ex-Beluga-Chef und seine mutmaßlichen Komplizen geht es um Untreue, Betrug, Kreditbetrug und Bilanzfälschung. So soll Stolberg zwischen 2006 und 2010 bei 20 Schiffsneubaufinanzierungen die kreditgebenden Banken betrogen haben, indem er die Investitionskosten bewusst zu hoch ansetzte. Außerdem soll er den US-Finanzinvestor Oaktree mit falschen Bilanzangaben zum Einstieg in die Reederei gebracht haben. Insgesamt legt die Staatsanwaltschaft Stolberg insgesamt 30 Anklagepunkte zur Last.

Die Reederei ist seit 2011 insolvent - und Stolberg selbst ist mittlerweile schwer an Krebs erkrankt. Sein Verteidiger hält die Forderung des Gerichts für „völlig überzogen“ und fordert eine Bewährungsstrafe für seinen Mandanten.

Sollten sich die Parteien nicht einig werden, würde die Beweisaufnahmen fortgesetzt – Ende und Dauer offen, da Stolberg derzeit nur noch begrenzt verhandlungsfähig ist.