Aktionärsstimmrechte Wie viel Macht haben große Fondsgesellschaften?

Björn Drescher, Gründer und Geschäftsführer von Drescher & Cie. | © Drescher & Cie.

Björn Drescher, Gründer und Geschäftsführer von Drescher & Cie. Foto: Drescher & Cie.

Das fragte Bert Flossbach anlässlich unseres Petersberger Treffens auf einer seiner Folien und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Aktien-Stimmrechte in den Händen einiger großer Investmentgesellschaften. Beispielhaft verwies er auf Blackrock, Vanguard und State Street, die zusammen mittlerweile rund 20 Prozent der Stimmrechte aller im S&P-500-Index gelisteten Unternehmen auf sich vereinen.

Hintergrund: Würden die Stimmrechte koordiniert ausgeübt, könnten sie beherrschend wirken, würden sie nicht ausgeübt, drohten sie, Entscheidungen der übrigen Aktionäre zu verzerren. Mag der Hinweis auch in erster Linie auf die Anbieter passiver Indexfonds gemünzt sein, trifft er die großen Investmenthäuser auch ganz grundsätzlich und mündet in einer kontrovers geführten Diskussion.Während sich die einen in der Sicherheit zuständiger Überwachungsorgane, der Professionalität und Unabhängigkeit entscheidender Instanzen und damit der treuhänderischen Verantwortung der Investmentgesellschaften wiegen, sehen andere den Gesetzgeber gefordert.

Es ist vielleicht gut, sich bisweilen für die Konzentration der Machtfülle und die daraus erwachsenden Versuchungen zu sensibilisieren. Das unterstellt noch keinem den Missbrauch entsprechender Möglichkeiten.

Offen bleibt indes bis auf Weiteres, wie Lösungsansätze aussehen könnten. Die gelegentlich angedachte Begrenzung verwalteter Assets under Management (AuM) pro Investmentgesellschaft scheint mir zumindest nicht geeignet zu sein.