Wer energiesparende Häuser günstig finanziert, und welche Förderprogramme es gibt

Quelle: Fotolia

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Der außergewöhnlich kalte und lange Winter ist schon fast wieder vergessen, die meisten Schlaglöcher auf den Straßen sind geflickt. Die alljährliche Heizkostenabrechnung wird jedoch Millionen Kunden wieder an die kalten Monate erinnert haben – in Form satter Nachzahlungen und höherer monatlicher Abschlagszahlungen.

Damit es im kommenden Jahr etwas vom Versorger zurückgibt, können Hausbesitzer einiges tun. Wenn sie Fassade, Dach und Keller dämmen, neue Fenster einbauen und eine moderne Heizung installieren, können sie die Heizkosten drastisch senken.

Umsonst ist der Umbau zur grünen Immobilie allerdings nicht, eine umfassende Sanierung vom Dach bis zum Keller geht in die Zehntausende. Zu viel für die meisten Hausbesitzer: Laut einer Umfrage des Verbandes Privater Bauherren haben rund 15 Prozent keine Rücklagen auf dem Konto, weitere 48 Prozent gerade bis zu 5.000 Euro. Diese Summe reicht allenfalls für einen neuen Brennwertkessel – wenn überhaupt.

Den großen Rest müssen Eigentümer per Kredit finanzieren. Erste Adresse für den grünen Umbau ist dabei die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), zumal die ebenfalls attraktiven Fördertöpfe des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für den Einbau von Solarkollektoren, Biomasseheizungen und Wärmepumpen mittlerweile leer sind und es vorerst keine Zuschüsse mehr gibt.

Konkurrenzlos günstige Darlehen Die KfW vergibt mit ihren Programmen „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ konkurrenzlos zinsgünstige Darlehen, die umso attraktiver sind, je mehr Energie eingespart wird: So ist etwa die Sanierung zum sogenannten KfW-Effizienzhaus bei einer Zinsbindung von 10 und einer Laufzeit von 30 Jahren für 2,42 Prozent effektiv zu haben.

Der Marktzins liegt bei gleicher Zinsbindung im Schnitt bei 3,8 Prozent (Stand 25. Mai 2010). Und damit nicht genug: Je nach Maßnahme erleichtern Tilgungszuschüsse von bis zu 12,5 Prozent die Finanzierung. Allerdings verlangt die Förderbank auch die Einhaltung energetischer Standards, die zum Stichtag 1. Juli verschärft werden.

Wer etwa seinen Altbau zum Effizienzhaus 130 umrüstet, sodass die Immobilie künftig 130 Prozent der Energie eines Standard-Neubaus verbraucht, muss künftig auf die teureren Darlehen für Einzelmaßnahmen zurückgreifen, die 3,09 statt 2,42 Prozent kosten.

Auch beim Neubau verschärfen sich die Vorgaben: Wer dann ein Effizienzhaus 85 finanzieren will, zahlt 3,8 statt 3,39 Prozent. Vorrangig kommen die KfW-Kredite für alle in Betracht, die eine Immobilie neu kaufen und die Sanierungskosten gleich in die Finanzierung einbinden. Wer nachrüsten will, kann nur auf die Mittel zurückgreifen, wenn die Grundschuld, die auf der Immobilie lastet, nicht zu hoch ist. Die Zeit läuft

Ohnehin sollten sich Sanierer beeilen: Auch bei der KfW könnten die Fördermittel nach Einschätzung der Bundesvereinigung Spitzenverbände der  Immobilienwirtschaft (BSI) zur Jahresmitte zur Neige gehen. So hat die Förderbank bereits im ersten Quartal dieses Jahres über 100.000 Kreditzusagen erteilt – halb so viel wie im gesamten Vorjahr – und das bei einem um 750 Millionen Euro niedrigeren Fördervolumen von 1,35 Milliarden Euro.