Werterhalt: „In der Not verschont der Staat auch keine Immobilienbesitzer“

Sven Ulbrich vom Vermögensverwalter PEH Wertpapier

Sven Ulbrich vom Vermögensverwalter PEH Wertpapier

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Sven Ulbrich ist Vorstand der Vermögensverwaltung PEH Wertpapier

Die Staatsschuldenkrise wird mit immer mehr Geld bekämpft. Angesichts der anhaltenden Turbulenzen ist das Thema Inflation zwar in den Hintergrund getreten, doch es ist durchaus vorstellbar, dass die Preise in den nächsten 12 oder 24 Monaten kräftig zulegen werden. Nicht zuletzt auch, da ein Inflationsszenario den Schuldenabbau unterstützen würde und Teil einer Lösung sein könnte.

Das bedeutet: Das Kapital wird aufgezehrt, das Finanzpolster für die Altersvorsorge gerät in Gefahr.

Die Sehnsucht nach einer verlässlichen Anlage sorgte in jüngster Zeit für einen Boom auf dem Immobilienmarkt. Doch hier rate ich zur Vorsicht. Nur einige Punkte: Die Wertsteigerung einer Immobilie ist gefühlter Wohlstand. Damit lässt sich weder eine Autoreparatur noch die Ausbildung der Kinder bezahlen.

Stattdessen gilt es oft, langfristig einen Kredit zu bedienen. Bei Veränderungen im Beruf oder Privatleben wird das rasch zum Klotz am Bein. Wer im Notfall eilig verkaufen will, muss mit Einbußen rechnen – darüber hinaus lässt sich nicht einfach ein Teil der angelegten Summe flüssig machen.

Und schließlich: In ersten Lagen sind die Preise bereits extrem gestiegen. Wie bei der klassischen Flucht-„Währung“ Gold gibt es aber keine Garantie, dass sie nicht wieder fallen.

Auch vor dem Zugriff des Staates ist man nicht sicher: Ein Blick über die Landesgrenzen, aber auch in die Vergangenheit zeigt, dass der Staat Immobilienbesitzer nicht schont, wenn er dringend Geld braucht.

1948 etwa wurden Zwangshypotheken eingeführt. Manche halten die Einführung vergleichbarer Sondersteuern in den nächsten Jahren für realistisch – unter dem Begriff „Finanzielle Repression“ wird darüber bereits in Fachkreisen spekuliert.

Sachwerte als Krisenschutz

Eines allerdings stimmt: Im Rahmen einer vernünftigen Streuung sind Sachwerte grundsätzlich ein guter Krisenschutz. Aktien sind Sachwerte – mit ihnen nehmen Sie am geschäftlichen Erfolg der Unternehmen teil.

In Deutschland und international gibt es gesunde Firmen mit guten Zukunftsaussichten. Zudem sind Value- und Dividendentitel nach wie vor günstig bewertet. Angesichts der immer volatileren Märkte halten sich Privatanleger hier jedoch immer mehr zurück. Und ja, zum Kauf von Einzeltiteln möchte ich ihnen auch nicht raten.

Wer die Chancen auf den Märkten nutzen, die Risiken aber möglichst gering halten will, muss permanent alle Faktoren im Auge behalten und unverzüglich reagieren. Das ist nebenher nicht zu leisten.

Aktiv gemanagte vermögensverwaltende Fonds jedoch haben die Möglichkeit, die Aktienquote je nach Marktlage zu steuern und damit Chancen zu nutzen, dabei aber temporäre Einbrüche möglichst gering zu halten.