William Healey: "Donald Trump würde ich gerne mal die Meinung sagen"

William Healey, Fondsmanager bei J.P. Morgan

William Healey, Fondsmanager bei J.P. Morgan

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1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

William Healey: Als Kind habe ich einige alte, abgetragene Klamotten aus meinem Kleiderschrank an meine Freunde verkauft und damit ein paar Dollar verdient. Noch heute – 45 Jahre später – behauptet mein Bruder, einige Teile davon hätten ihm gehört

2. Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?


Ich habe in Atlanta für ein lokales Umzugsunternehmen gearbeitet – meistens in glühender Sommerhitze

3. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

John Payne, meinen ersten Chef bei JP Morgan. Einer der smartesten und erfolgreichsten Verhandlungsführer für notleidende Schulden, den ich je erlebt habe – und gleichzeitig ein inspirierender und warmherziger Lehrer

4. Das unsinnigste Börsen-Bonmot, das Ihnen je untergekommen ist?

Kein Bonmot, aber ein feststehender Begriff: durchschnittliche Ausfallrate. Ein Kredit fällt aus oder eben nicht – und wenn er ausfällt, tut das ziemlich weh

5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Moneyball von Michael Lewis. Eines der besten Bücher, die je zum Thema Team-Management geschrieben wurden

6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Ich erinnere mich daran, dass beim Management von Hochzinsanleihen Verlustbegrenzung vor Gewinnmaximierung geht

7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Ein geröstetes Käsebrot. Und ein kaltes Bier. Gerne auch in umgekehrter Reihenfolge

8. Worauf sind Sie stolz?

Ich arbeite seit 30 Jahren im Fondsmanagement und habe meine Familie in dieser Zeit fünfmal zu einem länderübergreifenden Umzug gezwungen. Trotzdem bin ich immer noch mit derselben wunderbaren Frau verheiratet, und meine beiden Töchter starten gerade an der Universität durch

9. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?


Über die FIFA, weil sie die längst überfällige Einführung einer Torlinien-Technologie immer wieder hinausgeschoben hat

10. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Donald Trump. Er sollte sich von seiner albernen Frisur trennen und zur Kenntnis nehmen, dass sein Kopf allmählich kahl wird – wie meiner auch. So etwas passiert eben

11. Was sammeln Sie?

Musik – in erster Linie Blues und Jazz aus den 60er, 70er und frühen 80er Jahren

12. Das bislang letzte Produkt, das Sie bei Ebay ersteigert haben?

Ein riesiges Trampolin für meine jüngere Tochter – keine Ahnung warum

13. Facebook ist …

… ein sehr effektiver Weg, eine große Anzahl oberflächlicher Beziehungen zu pflegen

14. Ihre liebste TV-Serie?

House

15. Und wo schalten Sie sofort ab?

Bei Master-Chef, der Lieblingsserie meiner Töchter. Ich bin auch so übergewichtig genug

16. Was weckt eher Ihre Leidenschaft – Fußball oder Rockmusik?

Die Rockmusik der 70er – es sei denn, der FC Chelsea spielt. Dann gerate ich eigentlich immer in Rage