Wind in den Segeln Deutsche Anleger lieben Mischfonds

Mischfonds haben Wind in den Segeln: Das verwaltete Vermögen steigt. (Foto: goodluz/Fotolia)

Mischfonds haben Wind in den Segeln: Das verwaltete Vermögen steigt. (Foto: goodluz/Fotolia)

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Mischfonds schwimmen weiter auf der Erfolgswelle. Der Messekongress funds excellence, der Branchentreff zum Thema vermögensverwaltende Fonds, musste aufgrund der großen Nachfrage in diesem Jahr seinen Standort wechseln. Im nagelneuen Kongresscenter Kap Europa im Frankfurter Europa-Viertel präsentierten im Juli über 70 Aussteller ihre Fonds und Strategien.

Die Ausstellerliste spiegelt die Vielfalt der Anbieter wider: Kleine Fondsberater und Vermögensverwalter wie Guliver oder Eyb & Wallwitz waren dabei, aber ebenso Großkaräter des Fondsgeschäfts wie Fidelity oder Franklin Templeton.

Auch Morningstar bestätigt das hohe Interesse an dem Fondssegment. Die Rating-Agentur schaut alle drei Monate, welche Fonds am häufigsten auf ihrer Homepage gesucht wurden. Eindeutige Lieblinge auf der deutschen Seite sind zurzeit die Mischfonds. Sie belegen im zweiten Quartal 2014 die ersten beiden Plätze, unter den Top Ten sind insgesamt sieben von ihnen zu finden.

Interesse und Geld


Mischfonds ziehen aber nicht nur Interesse, sondern auch Geld an. Von Januar bis Mai sind laut BVI-Statistik 9,3 Milliarden Euro in Publikums-Mischfonds geflossen. Damit sind sie die mit Abstand beliebteste Fondskategorie. Und nicht erst seit diesem Jahr: Der Anteil von Mischfonds am Publikumsfondsvermögen kletterte in den vergangenen fünf Jahren von 14 auf 21 Prozent.

Auch wenn sie erst seit der Finanzkrise stark in der Gunst der Anleger gestiegen sind, haben Mischfonds Tradition. Sie sind sogar der Ursprung des deutschen Fondsgeschäfts. 1950 startet die Adig den „Fonds für deutsche Renten und Aktien“, kurz Fondra, der heute zur Palette von Allianz Global Investors gehört.

Mischfonds an sich sind also keine neue Erfindung, das Anlagesegment hat sich aber in den vergangenen Jahren neu erfunden. Klassiker wie der Fondra mixen Renten und Aktien, in der Regel nach einer mehr oder minder fixen Rezeptur. Und so mancher Manager erzielt mit seinem starren Ansatz – auch wenn es überraschen mag – nach wie vor gute Ergebnisse.

Die neuen Ansätze sind flexibler, kreativer und oft auch breiter gestreut. Einige Fonds beziehen weitere Anlageklassen wie Rohstoffe oder Währungen mit ein. Marketing-Manager sprechen heute lieber von Multi-Asset- als von Mischfonds – klingt irgendwie moderner.

Die Bezeichnung „vermögensverwaltende Fonds“ oder kurz VVFonds hat sich ebenfalls durchgesetzt. Sie ist zwar etwas sperrig, trifft aber genau das, was die Fonds der neuen Generation bieten wollen: eine aktive Vermögensverwaltung im Fondsmantel.

Die Fondsmanager nehmen dem Anleger und Berater die taktische Asset Allocation ab. Sie wollen den Fonds möglichst gut durch alle Marktphasen lotsen und haben die Möglichkeit, flexibel zu agieren – ohne starre Allokationsvorgaben.

Verlustvermeidung steht oft ganz oben auf der Agenda. Nicht nur, weil deutsche Anleger Verluste nicht mögen, sondern weil die Manager überzeugt sind, dass der Königsweg zur langfristig besten und stabilsten Wertentwicklung in der Eingrenzung von Verlusten in schwachen Marktphasen liegt.

Die Absicherungsstrategien variieren. Grundsätzlich nutzen die Manager zwei Ansätze: Entweder steuern sie die Quoten der Anlageklassen, indem sie durch Kauf oder Verkauf beispielsweise ihren Aktien oder Rentenanteil erhöhen oder senken. Oder sie bleiben in den Asset-Klassen investiert und steuern die Quoten flexibel über Derivate.