Windbranche „Seriöse Anbieter in Sippenhaft“

Lacuna-Vorstand Thomas Hartauer

Lacuna-Vorstand Thomas Hartauer

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DAS INVESTMENT.com: In der Windbranche stürmt es derzeit heftig. Sind Windbeteiligungen einfach zu riskant?  

Thomas Hartauer:
Nein, das kann man so pauschal nicht sagen. Es gibt genug seriöse Beteiligungen, die sich rechnen. Aber natürlich sind Investoren jetzt verunsichert und wollen wissen, ob sie in einer ähnlichen Gefahr schweben wie die Anleger von Prokon & Co.. Hier muss auf jeden Fall noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.

DAS INVESTMENT.com: Was genau ist das Problem?

Hartauer: Die Schwierigkeiten von Prokon und Windwärts werden als branchenübergreifendes Problem dargestellt und nicht auf das fehlerhafte beziehungsweise zweifelhafte System, also die Unternehmensfinanzierung über Genussrechte, zurückgeführt.

Dadurch leidet die gesamte Windenergie-Branche. Auch Anbieter, die sich seriös in diesem Marktumfeld betätigen, was sich im Übrigen auch argumentativ belegen lässt, werden in Sippenhaft genommen.

DAS INVESTMENT.com:
Konservative Kalkulation, hohe Renditen und Ähnliches sind Versprechen, die Investoren immer wieder hören, die aber nicht zwangsläufig eingehalten werden. Lacuna hat mehrere Windbeteiligungen laufen. Wie überzeugen Sie Investoren davon, dass Sie seriös arbeiten?

Hartauer: Am besten durch die Zahlen aus dem realen Betrieb. Uns liegen die aktuellen Daten unserer Windprojekte aus dem vergangenen Jahr vor, beispielsweise für den Windpark Feilitzsch, der seit Herbst 2012 am Netz ist.

DAS INVESTMENT.com:
Und wie ist es gelaufen?

Hartauer: 2013 war ein schlechtes Windjahr. Der Realwert lag rund 15 Prozent unterhalb des Durchschnitts. Der Windpark Feilitzsch beispielsweise hat den Index trotzdem übertroffen und liegt mit knapp 93 Prozent nur etwa 7 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Und dabei sind noch nicht die Zusatzerträge aus der Direktvermarktung und die reduzierten Stromproduktionskosten eingepreist.

Die zusätzlichen Erträge aus der Direktvermarktung lagen 2013 bei etwa 4 Prozent. Der Rest wird in etwa durch die geringeren Stromproduktionskosten ausgeglichen. Denn die Wartungs- und Instandhaltungskosten sind von der produzierten Strommenge abhängig und daher ebenfalls gesunken. Somit werden wir voraussichtlich eine Punktlandung bei den prognostizierten Ergebnissen schaffen.

DAS INVESTMENT.com: Kann das nicht auch einfach Zufall sein, dass der Windpark so gut gelaufen ist?

Hartauer: Nein, Zufall wäre es, wenn wir die Prognosen gewürfelt hätten. Dahinter aber stehen umfangreiche Windgutachten, die auf realen Winddaten basieren. Sie greifen auf die tatsächlichen Erträge von Windparks beziehungsweise Wetterstationen aus der Region zurück und decken einen Zeitraum von über 20 Jahren ab.

Diese Echtdaten bilden die Basis der Kalkulation. Zusätzlich bringen Sicherheitsabschläge und diverse kalkulatorische Sicherheitspuffer eine gewisse Planungssicherheit mit, sodass von Zufall nicht die Rede sein kann.