„Wir wollen 10 Prozent“: Schnäppchen-Tipps der Value-Investoren

Hendrik Leber, Jens Kummer (v.l.)

Hendrik Leber, Jens Kummer (v.l.)

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Prognosen für einen Zeitraum, der länger als ein Jahr ist, seien „zum Wegwerfen“, erklärte Hendrik Leber, Fondsmanager und Acatis-Gründer auf der achten Value Konferenz seiner Investmentgesellschaft. Bei Anlageentscheidungen komme es vielmehr auf harte Fakten in der Vergangenheit an. Diese ermittelt der Experte mit Hilfe von Längsschnittsbetrachtungen. Um das Interesse des Acatis-Chefs zu wecken, müssen Unternehmen seit sehr langer Zeit stetig gewachsen sein und eine konstant hohe Rendite geboten haben.

Acatis-Chef Hendrik Leber: RWE, Microsoft und Nestlé

Ein Unternehmen, das all diese Bedingungen erfüllt, ist Nestlé. Der Lebensmittelhersteller weist seit 1991 ein stetes, wenn auch moderates, Wachstum und eine stabile Rendite auf. Auch der Kapitaleinsatz (Asset Turnover) hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert. (siehe Grafiken) Leber schwärmt zwar von der Aktie, nimmt sie aber nicht ins Portfolio seiner Fonds auf. Die erwartete Rendite, die nach Lebers Berechnungen bei 8 Prozent liegt, sei ihm einfach zu niedrig. „Wir wollen 10 Prozent“. Außerdem liebe er es, Dinge zu machen, die nicht ganz so offensichtlich seien. Wie zum Beispiel in Zeiten verstärkter Atomausstiegs-Debatten die RWE-Aktie zu kaufen. „Ich glaube nicht, dass RWE morgen pleite gehen wird“, sagt Leber. Und das Unternehmen sei derzeit so billig wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Ein weiteres Schnäppchen stellt für Leber die Microsoft-Aktie dar, die derzeit ebenfalls weit unter ihrem wahren Wert zu haben ist. Auch viele weitere Großkonzerne seien derzeit sehr attraktiv bewertet, so Leber.