"Wirtschaftswunder? Investoren sollten genau hinsehen"

Vietnam. Märkte wie Vietnam und Afrika sind <br> mit einem KGV um 10 noch sehr günstig bewertet. <br> Quelle: Fotolia

Vietnam. Märkte wie Vietnam und Afrika sind
mit einem KGV um 10 noch sehr günstig bewertet.
Quelle: Fotolia

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Die US-Berichtssaison ist in vollem Gange. Im Vorfeld titelte man sehr groß, von "historischen Quartalsergebnissen" war die Rede und auf das "beste Schlussquartal aller Zeiten" dürfe man sich freuen.

Mittlerweile liest man kaum noch etwas. So gut hat sich die Berichtssaison nicht entwickelt. Neben einigen guten Ergebnissen wie die von Apple oder IBM hat es bei anderen Unternehmen (Citigroup) nicht so doll ausgesehen.

Durchwachsene Nachrichten haben aber keine Konjunktur. Nach der Jahrhundertkrise ist das Wirtschaftswunder Thema. Aber Anleger sollten sich nicht täuschen lassen. Die Unterschiede werden größer.

Investoren sollten genau hinsehen

Die Schlagzeilen für die volkswirtschaftlichen Wachstumsprognosen können sich sehen lassen. Berichtet wird über die Bundesregierung, die für 2011 ihre BIP-Prognose von 1,8 auf 2,3 Prozent angehoben hat.

Aufmerksamkeit erregt auch Japan, deren Zentralbank nunmehr 3,0 Prozent nach 2,1 Prozent Wachstum erwartet oder der IWF, dessen Volkswirte ebenfalls vor kurzem ihre Prognosen anhoben.

Die Nachrichtenlage ist eindeutig. Können Investoren jetzt nichts mehr falsch machen? Doch. Investoren sollten genau hinsehen und ihre Investmententscheidungen nicht nach dem Motto „Viel hilft viel“ treffen.

Die Schlagzeilen mögen von positiven Nachrichten beherrscht sein. Die Nachricht einer krankheitsbedingten Pause eines CEO (Apple) mag die größtmögliche Katastrophe darstellen. Trotzdem wird 2011 das Jahr der großen Unterschiede werden. Denn längst nicht alle Neuigkeiten sind gut oder besser.

Picken für den Anlageerfolg

Für Gesamteuropa etwa erwartet die Weltbank eher eine Konjunktureintrübung und ein Wachstum von nur 1,4 Prozent.  Der Grund: Während Deutschland und die skandinavischen Länder sowohl von einem starken Export als auch von einer sehr stabilen Binnennachfrage profitieren, haben der Süden Europas und Irland mit der anhaltenden Schuldenkrise zu kämpfen. Und in den zweiten Meldungen finden Interessierte auch in der Berichtssaison in den USA durchaus gemischte Zahlen.

Für den Anlageerfolg wird das Picken der richtigen Werte immer wichtiger. Das galt schon für das vergangene Jahr, in dem längst nicht alle Bereiche (Versorger, Finanztitel) etwa die positive Entwicklung des DAX mitmachten. Und das gilt auch für die Zukunft. In Deutschland werden nach den guten GFK-Konsumklima und nach den sehr guten IFO-Daten vor allem die auf die Binnennachfrage setzenden Unternehmen gewinnen.