Zimmer mit Aussicht Offene Immobilienfonds gehen in Hotels

Hotel de Rome, Berlin: Offene Immobilienfonds setzen auf Hotels. (Foto: Rocco Forte Hotels)

Hotel de Rome, Berlin: Offene Immobilienfonds setzen auf Hotels. (Foto: Rocco Forte Hotels)

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411 Millionen Mal wurde 2013 in deutschen Hotelbetten übernachtet. So viel wie noch nie. Ein Rekord, von dem auch offene Immobilienfonds profitieren wollen.

In den vergangenen drei Jahren ist deren Hotelquote im Schnitt zwar gerade einmal von 3,9 auf 4,3 Prozent gestiegen. Doch einige Fonds haben bereits einen signifikanten Anteil, so etwa der Uni Immo: Deutschland (14,8 Prozent) oder der Westinvest Interselect (11,5 Prozent).

Laut einer Umfrage von DAS INVESTMENT unter den Anbietern der zehn größten offenen Immobilienfonds wird die Quote in den kommenden Jahren ausgebaut. 10 bis 15 Prozent sollen es im Schnitt werden.

Der Investmentmarkt für Herbergen boomt: Das Transaktionsvolumen lag 2013 bei 1,6 Milliarden Euro, laut Jones Lang Lasalle das beste Jahresergebnis seit 2007. Mit 60 Transaktionen wurden 43 Prozent mehr Hotels gehandelt als im Vorjahr.


„Insbesondere der starke Anlagedruck verschiedener Käufergruppen forcierte diese Entwicklung“, so Ursula Kriegl, verantwortlich für die Hotels & Hospitality Group des Immobiliendienstleisters.

„Hotelinvestments leisten einen wichtigen Beitrag zu einer stabilen Performance im Immobilienfonds“, erklärt Torsten Knapmeyer, Geschäftsführer von Deka Immobilien und Westinvest. Zwar seien auch hier die Renditen in den vergangenen Jahren unter Druck geraten. „Nach wie vor lassen sich aber höhere Renditen erzielen als etwa bei Büro- oder Handelsimmobilien.“

Im Schnitt liefern Hotels 50 bis 100 Basispunkte mehr Rendite als Büroobjekte. „Sie sind üblicherweise mit langfristigen Pachtverträgen ausgestat- tet – in manchen Fällen von 20 und mehr Jahren und haben ein relativ geringes Leerstandsrisiko“, sagt Andreas Löcher, Leiter Investment Hotel bei Union Investment.

Nicht zuletzt mache die fortschreitende Globalisierung den Hotelmarkt zu einem Wachstumssektor.

Spezialimmobilien fordern allerdings Spezialwissen. „Wichtig sind Kenntnisse des spezifischen Marktes, der in der Regel weit weniger transparent ist als etwa der Büro- und Wohnungsmarkt, Zugang zu potenziellen Betreibern und unterschied- liche Betriebskonzepte“, sagt Immobilien- Spezialist Wolfgang Kubatzki, Mitglied der Geschäftsleitung von Feri Euro-Rating Services.