Zuverlässigkeit vor Fachwissen: Was angehende Finanzberater mitbringen müssen

Azubis der Öffentlichen Versicherung Braunschweig,<br>Quelle: Öffentliche

Azubis der Öffentlichen Versicherung Braunschweig,
Quelle: Öffentliche

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Die Studie der Öffentlichen Versicherung Braunschweig beschäftigt sich mit Ausbildungs- und Berufswegen in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche. Die Untersuchung skizziert Ausbildungschancen, nennt die Qualifikationen eines idealen Bewerbers und zeigt, wie Finanzdienstleister Mitarbeiter rekrutieren und motivieren.

Wie sieht der ideale Mitarbeiter im Finanzdienstleistungsbereich aus?

Die von den Personalverantwortlichen genannten Qualifikationskriterien lassen sich wie folgt zusammenfassen: Als Finanzberater ist man gebildet und seriös, kann komplexe Inhalte verstehen und unkompliziert vermitteln und bringt die richtige Portion an „Drive“ mit.

Kommunikationsfähigkeit, seriöses Auftreten und Sprachkompetenz sind mit 33 Prozent Zustimmung bei den Befragten derzeit ebenso wichtig wie Teamfähigkeit (33 Prozent), gefolgt von Motivation und „Biss“ (31 Prozent) und Allgemeinbildung (25 Prozent).

Fachkompetenz wird wichtiger

Nach der künftigen Entwicklung gefragt, wird in Zukunft eine deutliche Verschiebung erwartet. Nach Auskunft der Befragten wird die Bedeutung der Fachkompetenz (aktuell 19 Prozent Zustimmung) auf 35 Prozent in etwa verdoppelt, während kommunikative Fähigkeiten, gute Noten und Allgemeinbildung künftig eine deutlich weniger wichtige Rolle spielen.

Abiturienten genießen die besseren Chancen auf eine Ausbildungsstelle. Bei Banken und Versicherungen ist ein Berufseinstieg ohne Hochschulreife fast unmöglich; Sparkassen und Genossenschaftsbanken, aber auch Finanzberatungen akzeptieren auch Auszubildende mit Realschulabschluss. Dabei gilt die Faustregel: Je größer das Unternehmen, desto höher die Einstiegsanforderungen.

Charakter wichtiger als Wissen

Auf welche Eigenschaften und welches Wissen legen die Personalverantwortlichen besonderes Augenmerk, was halten sie für besonders relevant? Die Antworten sind eindeutig: An erster Stelle liegt „Zuverlässigkeit“ mit 96 Prozent Zustimmung. An zweiter Stelle „freundlicher Auftritt“ (91 Prozent), gefolgt von „empathisch kommunizieren“ (89 Prozent). Wissensbestände spielen demgegenüber eine eher untergeordnete Rolle. Hier steht „Allgemeinbildung“ (58 Prozent) vor „Solidem Fachwissen“ (41 Prozent) und „Guten EDV-Kenntnissen“ (29 Prozent).

Wissen scheint also aus der Sicht der Personalverantwortlichen zwar eine hilfreiche, aber keine ausschlaggebende Voraussetzung zu sein, um in den Beruf einzusteigen. Fachkenntnisse scheinen leichter erlernbar als positive Charaktereigenschaften.

Der Ausbildungsmarkt wird für junge Menschen schwieriger

Der Ausbildungsmarkt wird für junge Menschen schwieriger, die Anforderungen werden höher. Es bieten zwar immer mehr Banken und Versicherungen, Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken Ausbildungsplätze an, aber insgesamt werden weniger Auszubildende eingestellt als in den Vorjahren.