Zuversicht, Luxus und Einkommensschere: Credit Suisse präsentiert Schwellenland-Studie

Quelle: Istock

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Das Konsumverhalten der Menschen in den Schwellenländern habe zentrale Bedeutung für die strukturelle Verlagerung der weltweiten Nachfrage von den entwickelten Ländern in die Schwellenländer, so Credit Suisse.

Die von Credis Suisse zusammen mit dem Marktforschungsinstitut AC Nielsen durchgeführte Studie umfasste 120 Fragen zu elf Themen und wandte sich an rund 13.000 Frauen und Männer unterschiedlicher Einkommenskategorien an verschiedenen Standorten.

Kernthemen

Grosse Zuversicht: Die Studie zeigt, dass die Konsumenten in den Schwellenländern dem neuen Jahr relativ zuversichtlich entgegensehen: 38 Prozent der Befragten erwarten, dass sich ihre persönliche finanzielle Situation in den nächsten sechs Monaten verbessern wird, während 9 Prozent mit einer Verschlechterung rechnen. Besonders optimistisch sind die Konsumenten in Brasilien und China.

Anhaltende Verlagerung hin zu Gütern des gehobenen Bedarfs: Die Nachfrage nach Gütern und Leistungen des täglichen Bedarfs (wie proteinhaltige Nahrungsmittel oder Mobiltelefone) wächst bei sehr niedrigen Einkommensschichten rasch. Bei Haushalten mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von mindestens 1.000 US-Dollar (kaufkraftbereinigt) stagniert die Nachfrage nach diesen Gütern zugunsten von Gütern des gehobenen Bedarfs.

Analog dazu zeigen die Studienergebnisse, dass der größte Anteil geplanter Ausgaben für Güter des gehobenen Bedarfs auf relativ reiche Märkte entfällt (Saudi-Arabien), während in ärmeren Märkten die Ausgaben für Güter des täglichen Bedarfs im Vordergrund stehen (Indien, Indonesien, Ägypten).

Ungleiche Einkommensverteilung: Die Aussage zum Verhältnis zwischen Gütern des täglichen und des gehobenen Bedarfs wird durch die ungleiche Einkommensverteilung in diesen Märkten relativiert. Ein Grossteil der Haushalte in fast allen untersuchten Märkten verfügt nach wie vor über ein monatliches Durchschnittseinkommen von weniger als 1.000 US-Dollar  (kaufkraftbereinigt). Die Analyse zeigt auch, dass China und Indien aufgrund ihrer enormen Größe in den meisten Einkommenskategorien dominieren. So ist die Zahl der Haushalte mit einem Monatseinkommen von über 2.000 US-Dollar doppelt so hoch wie in Russland, obwohl das Pro-Kopf-BIP 80 Prozent in China und Indien unter demjenigen Russlands liegt.

Der neuen Studie zufolge wird sich die ungleiche Einkommensverteilung in den Schwellenländern noch verstärken. Es ist davon auszugehen, dass Güter des gehobenen Bedarfs die höchsten absoluten Wachstumsraten in den Emerging Markets verzeichnen werden. In Ländern jedoch, in denen niedrige Einkommensschichten von einem starken relativen Einkommenszuwachs profitieren werden, das heißt insbesondere Indonesien, China und Brasilien, wird sich die Nachfrage nach Gütern und Leistungen des täglichen Bedarfs als robuster erweisen im Vergleich zu anderen Schwellenländern.