„Zwei Trends zeichnen sich ab“ Netfonds-Chef schwört auf Fintechs

Netfonds-Chef Martin Steinmeyer. Foto: Angela Pfeiffer

Netfonds-Chef Martin Steinmeyer. Foto: Angela Pfeiffer

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DAS INVESTMENT:com: Setzt ihr Maklerpool Beratungs-Apps ein, die den Berater bei der Kundenbetreuung unterstützen? 

Martin Steinmeyer: Wir bei Netfonds bieten unseren Partnern bereits seit mehreren Jahren Berater- und Kundenapps an. Gemeinsam mit unserem Software-Anbieter FinanceTec wurde mit der „Beraterplattform-App“ ein Servicesystem entwickelt, welches dem Berater als mobiles Büro, aber auch als Vertriebs- und CRM-System hilfreich bei der Kundenpflege zur Verfügung steht. 

10 brennende Fragen zu Fintechs Fünf Expertenmeinungen

Gleichermaßen können unsere Partner Ihren Kunden die App „Depoteinsicht“ anbieten. Kunden erhalten mit Hilfe der App permanent einen übersichtlichen und konsolidierten Einblick in die Entwicklung Ihrer Finanzanlagen und seit kurzem auch Versicherungsdaten nebst zugehörigen Dokumenten. Natürlich funktioniert das System auch als Postbox, um auf sicherem und übersichtlichem Wege mit dem Kunden zu kommunizieren.  Unser Ziel ist „Alles auf einen Blick“ und das immer aktuell.

Fintech: Harte Konkurrenz, willkommener Kooperationspartner oder beides? Wie stehen Sie zu Robo-Beratern, Online-Vermögensverwaltern, Beratungsapp-Anbietern, Vergleichsportalen & Co.?

Steinmeyer: Digitale Finanzanlageplattformen werden in Zukunft sicher ihre Zielgruppe finden. Je einfacher und gelernter die Abwicklung digitaler Geschäftsprozesse ist, desto höher wird auch die Abschlussbereitschaft durch den Kunden sein. Dieses Angebot richtet sich vornehmlich an Kunden, die auch jetzt bereits selbstverwaltend Ihre Finanzen betreuen.

Für freie, beziehungsweise unabhängig agierende Berater fürchten wir hier allerdings keine Kunden-Einbußen. Der Trend aus dem Fintech-Boom kann speziell von Beratern genutzt werden, die ihrem Kunden transparent und übersichtlich alle Vermögenswerte aufstellen. Damit wird die Zusammenarbeit weiter intensiviert und der Berater ist „nur einen Knopfdruck“ entfernt. Welcher Kunde würde nicht die Kombination aus beiden Welten bevorzugen. Vermögensanlage ist und bleibt auch weiterhin ein Vertrauensthema, welches idealerweise auf persönlichem Vertrauen beruht.  Zudem ist umfassende und individuelle Finanzplanung mitunter sehr komplex. Fintechs können nur wenige Anlagekriterien berücksichtigen und somit nur bedingt kundenspezifische Lösungen anbieten. 

Welchen Fintech-Anbieter sehen Sie als größte Konkurrenz zu traditionellen Finanz- und Versicherungsmaklern an?

Steinmeyer: Derzeit sehen wir noch keinen Anbieter im Markt, dem der Berater nicht mit den aktuell bereits verfügbaren Mitteln Paroli bieten könnte. Wir haben jedoch auch immer ein wachsames Auge auf die Entwicklungen und werden entsprechend reagieren.