Zweistellige Renditen 25 Top-Europafonds und was sie auszeichnet

Arbeiter stellen einen 75 Meter langen Windradflügel  aus dem neuen Siemens-Werk im britischen Hull in der Huller Innenstadt auf. Grund ist die Installation „Blade“ des Multimedia-Künstlers Nayan Kulkarni. Der Münchner  Industriekonzern gehört seit vielen Jahren zu den Top- Investments von Europa-Aktienfonds | © Getty Images

Arbeiter stellen einen 75 Meter langen Windradflügel aus dem neuen Siemens-Werk im britischen Hull in der Huller Innenstadt auf. Grund ist die Installation „Blade“ des Multimedia-Künstlers Nayan Kulkarni. Der Münchner Industriekonzern gehört seit vielen Jahren zu den Top- Investments von Europa-Aktienfonds Foto: Getty Images

US-Präsident Donald Trump sieht es nach wie vor als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, möglichst viel Kapital heim in die Vereinigten Staaten zu holen. Millionen Anleger spielen da allerdings nicht mit: Sie wählen den entgegengesetzten Weg und steuern neben Schwellenländern verstärkt europäische Börsen als Hafen für ihr Vermögen an. Plausibel ist das allemal. So fallen die wichtigen Bewertungskennzahlen dort weit besser aus als in Amerika. Zum Beispiel die Dividendenrendite, die mit 3,1 Prozent in der Eurozone und 3,4 Prozent in Europa jeweils um mehr als die Hälfte höher liegt als in den USA.

US-Aktien überbewertet

Ungünstig sehen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch die Kurs-Gewinn-Verhältnisse aus. US-Aktien sind nahezu doppelt so teuer wie ihre europäischen Pendants, da die Vorschusslorbeeren auf einen von Trump versprochenen Wirtschaftsaufschwung die Kurse an der Wall Street kräftig nach oben geschraubt haben. Weil die Zinsen in Europa deutlich niedriger sind, fällt auch die Risikoprämie gegenüber Renten-Investments mit 7,0 Prozent gegenüber 3,7 Prozent viel höher aus.

Über den Tellerrand der Unternehmenskennzahlen hinausgeblickt, punktet Europa außerdem mit im Durchschnitt nur halb so hohen Haushaltsdefiziten und einem Leistungsbilanzsaldo von plus 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die eher müden US-Konjunkturdaten des ersten Quartals 2017 tun ihr Übriges. Bei Experten wie Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank in Frankfurt, wächst die Gewissheit, dass ein durch Trumponomics ausgelöster Aufschwung vorerst ausbleiben wird: „Selbst der für zwei Drittel der US-Wirtschaftskraft verantwortliche Konsum zeigt Ermüdungserscheinungen.“ Hinzu komme, dass die mäßigen Neuaufträge der Unternehmen sinkende Gewinne und damit einen Einbruch der bislang soliden Investitionen befürchten lassen, so der Analyst.