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Joachim Berlenbach

Joachim Berlenbach

„100 Prozent sind dieses Jahr drin“

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DAS INVESTMENT.com: Saubere Performance, nur das Volumen des Earth Gold Fonds ist mit 11 Millionen Euro noch etwas mickrig. Joachim Berlenbach: Sie sind gut. Der Fonds ist noch kein Jahr alt, die Stimmung der Investoren war mies und hellt sich erst langsam wieder auf. Die Überzeugungsarbeit, die hier momentan geleistet werden muss ist enorm. DAS INVESTMENT.com: In der kurzen Zeit ist mächtig was passiert: Erst ging es im vergangenen Jahr um über 50 Prozent runter. Nun wieder hoch. Der Ausgabepreis ist wieder überschritten und für das laufende Jahr hat der Fonds ein Plus von 40 Prozent gemacht. Wie ordnen Sie diese enormen Schwankungen ein? Berlenbach: Was wir im vergangenen Jahr gesehen haben, war reine Panik. Da geht einfach alles den Bach runter, unabhängig von der Qualität des Unternehmens. Rohstoff- und Goldaktien wurden in den gleichen Korb geworfen wie Bank- und Finanzwerte. Ähnlich wie bei einer Aktienblase fehlen den Werten jetzt die fundamentalen Bewertungen und diese Situation ist langfristig nicht haltbar. Beide Entwicklungen sind durch Emotionen getrieben. Wir nennen die momentane Lage bei den Goldaktien deshalb eine „reverse bubble“. Genauso wie eine Blase im Aktienpreis nicht aufrecht zu erhalten ist, müssen sich jetzt die Preise der Goldaktien wieder nach oben bewegen. Unsere Aufgabe ist, die am besten bewerteten Aktien zu finden und in diese zu investieren. Mit der Rückkehr zu einer fundamentalen Bewertung sehen wir jetzt, dass sich die riesige Lücke zwischen Goldpreis und Aktienbewertung beginnt zu schließen. Davon profitieren wir. DAS INVESTMENT.com: Das sehen Manager klassischer globaler Fonds mitunter anders. Sie halten Minenwerte für zu teuer. Berlenbach: Das lässt sich natürlich nicht so leicht pauschalieren, es gibt ein riesiges Spektrum an Bewertungen. Natürlich gibt es teure Unternehmen aber auch sehr günstige, das ist ja in anderen Bereichen nicht anders. Das Problem der breit aufgestellten Fondsmanager ist vielfach ein anderes: Sie müssen sich bei der Bewertung der Minen auf Goldanalysten verlassen und sind abhängig von deren Einschätzung. Wenn mit 700 Dollar pro Unze gerechnet wird, sind die Unternehmen natürlich zu teuer. Wir halten langfristig 1.000 Dollar für realistisch und in diesem Verhältnis sind Minenwerte deutlich unterbewertet. Teilweise so günstig wie nie zuvor. DAS INVESTMENT.com: Wie können Sie beurteilen, ob eine Minenaktie preiswert oder teuer ist? Berlenbach: Wir sind ja alle vom Fach: Geologen, Bergbauingenieure und Geophysiker mit langjähriger Investmenterfahrung. Wir sind kilometertief in den Minen, wir können die Geschäftsberichte analysieren und haben exzellente Kontakte zum Firmenmanagement. Wir wissen, was es die Unternehmen kostet auch nur eine einzige Unze zu fördern. Es gibt Übernahmekandidaten und die ganz großen Gesellschaften. Was für uns am Ende der Tage und am Anfang eines Investments zählt, ist der Unternehmenswert im Verhältnis zum Aktienkurs, die fundamentale Bewertung der Aktie bei konservativen Annahmen zu den Rohstoffpreisen. Wir kaufen nur Unternehmen, deren Kurs auf zwölf Monate mindestens 30 Prozent unterhalb des Gesamtwerts des Unternehmens liegt. Und wir verkaufen ohne wenn und aber, wenn der Kurs das von uns unterstellte Niveau erreicht hat. Wir verlieben uns nicht, und jeder aus dem Team muss seine Vorschläge detailliert erklären und verteidigen. Dagegen ist die Prüfung zur Doktorarbeit ein akademischer Spaziergang. DAS INVESTMENT.com: Über 40 Prozent in drei Monaten. Wagen Sie mal eine Prognose. Berlenbach: 100 Prozent sind drin in diesem Jahr. DAS INVESTMENT.com: Indexfonds, die mit Gold besichert werden, sind sehr begehrt. Wie beurteilen Sie diese Fonds? Berlenbach: Die sind sinnvoll: Es gibt im Gegensatz zur Minenaktie kein unternehmerisches Risiko und kein politisches. Ich kann nachvollziehen, dass dieses Fonds voll im Trend liegen: Nach dem chaotischen Börsenjahr suchen Anleger nun nach sicheren Häfen. Für uns sind die Fonds eine echte Alternative, um Liquidität zu parken. Sie haben jedoch ein Manko: Im Vergleich zur Minenaktie fehlt ihnen der Hebel. Mehr als die Abbildung des Goldpreises ist nicht drin.

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