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Wechselstube in Istanbul: Der jüngste Kurssturz der türkischen Lira zeigt einmal mehr, dass Schwellenländer-Anlagen breit gestreut sein sollten. | © Getty Images

11 Fonds im Crashtest Die besten Mischfonds für Schwellenländer

Aktienfonds für Schwellenländer? Gibt’s wie Sand am Meer. Fonds, die in der Region Anleihen kaufen, auch. Aber Angebote, die beides kombinieren und zudem älter als fünf Jahre und größer als 10 Millionen Euro sind? Gerade einmal elf Stück. Nischiger geht’s kaum.

Alles andere als ein Nischenprodukt ist dagegen der aktuelle Crashtest-Sieger dieses Sektors. Im AB Emerging Markets Multi-Asset der amerikanischen Gesellschaft Alliance Bernstein verwaltet Fondsmanager Morgan Harting immerhin fast 1,8 Milliarden Euro. Und mit den Ergebnissen des Platzhirsches können die Anleger durchaus zufrieden sein – sowohl im internen Vergleich (siehe Tabelle unten) als auch im Vergleich dazu, zu je 50 Prozent einen Aktien- und einen Rentenfonds mit Schwerpunkt Schwellenländer im Depot zu halten: Über fünf Jahre (Stichtag: 5. November 2018) schaffte der AB Emerging Markets Multi-Asset ein durchschnittliches jährliches Plus von 5,1 Prozent gegenüber 4,3 Prozent bei dieser möglichen Alternative. Eine Mehrrendite, die übrigens nicht mit höheren Schwankungen erkauft wurde. Ganz im Gegenteil: Mit einer Volatilität von 9,8 Prozent liegt diese Kennzahl deutlich niedriger als bei den meisten Aktienfonds für die Region und nur geringfügig über der reiner Schwellenländer-Rentenfonds.

Vielleicht trauen sich nur wenige Fondsanbieter an diese Kategorie, weil das Thema ausgesprochen umfangreich und komplex ist. Bei Alliance Bernstein in New York beschäftigt es das ganze Multi-Asset-Team, dem Harting seit 2007 angehört. „Unser Anlageuniversum besteht aus rund 1.700 Aktien mit einer Marktkapitalisierung von über 250 Millionen US-Dollar, hinzu kommen mehr als 500 Anleihen von Regierungen und Unternehmen in 17 Währungen“, listet der Fondsmanager auf. Dabei kommen auch Aktien von an entwickelten Börsen notierten Firmen in Frage, wenn diese einen erheblichen Anteil ihrer Erträge in den Schwellenmärkten erzielen. Insgesamt schaffen zwischen 120 und 500 Titel den Sprung ins Portfolio, wobei sich der Aktienanteil in der Regel zwischen 50 und 80 Prozent bewegt. Bei der Aktienauswahl stehen unternehmensspezifische Kennzahlen im Vordergrund, bei den Anleihen sind es naturgemäß eher volkswirtschaftliche Aspekte wie die Zinsentwicklung oder Daten aus der Leistungsbilanz des jeweiligen Landes. Mitunter dient ihr Kauf aber auch einfach nur dazu, das Risiko des Gesamtportfolios zu senken.

Rang Fonds Punkte gesamt Pkt. Perfor-mance Pkt. Stress-test Pkt. Aktives Mgmt. Vol. in Mio. Euro ISIN
1 AB Emerging Markets Multi-Asset 45 17 13 15 1,787 LU0633140560
2 Global Emerging Markets Balance (DWS) 44 18 9 17 110 LU0455866771
3 Schroder Global Emerging Market Opportunities 44 15 7 22 1,042 LU0269904917
4 Sauren Emerging Markets Balanced 28 2 21 5 23 LU0580224037
5 Unirak Emerging Markets A 24 12 3 9 262 LU0383775318
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Bei allen Vorteilen, die die breite Streuung über mehrere Anlageklassen bietet – in Phasen, in denen Schwellenländern ganz allgemein der Wind ins Gesicht bläst, hilft sie nicht wirklich. Somit verwundert es kaum, dass zwischen Januar und November 2018 kein einziger der elf getesteten Mischfonds im Plus liegt. „Steigende US-Zinsen, der sich anbahnende Handelskonflikt zwischen den USA und China und ein starker US-Dollar waren in den vergangenen Monaten ein denkbar schlechtes Umfeld“, konstatiert Harting. Hinzu kam der dramatische Verfall der türkischen Lira, von dem der AB Emerging Markets Multi-Asset aber nur am Rande betroffen war.

Morgan Harting, AB

Nach vorne betrachtet sieht Harting aber deutlich mehr Chancen als Risiken – was auch den mit 76 Prozent vergleichsweise hohen Aktienanteil seines Portfolios erklärt. „Zahlreiche in den Schwellenländern ansässige Unternehmen erwirtschaften heute das Gros der Gewinne in ihrem jeweiligen Heimatmarkt“, sagt Harting. Entsprechend seien sie weniger stark in US-Dollar verschuldet als in früheren Jahren.

Und angesichts der jüngsten Kursrückgänge im historischen Vergleich günstig bewertet. Trotz ausgezeichneter Wachstumsaussichten, die der Alliance-Bernstein-Manager insbesondere ausgewählten Technologiefirmen in Taiwan und Südkorea sowie einigen chinesischen Banken attestiert.

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