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Ein Airbus A340 über dem Strand der Karibik-Insel St. Martin: Der Flugzeugbauer gehört zu den größten Positionen der beiden besten deutschen Nebenwerte-Fonds. | © Unsplash

12 Fonds im Crashtest Die besten Aktienfonds für deutsche Nebenwerte

Manchmal ist es gut, strikte Vorgaben zu haben. Als die Aktie des Zahlungsabwicklers Wirecard Ende September 2018 in den Dax aufgenommen wurde, hatte sich das Thema für Valerie Schueler erledigt. Weil Dax-Unternehmen per Definition nicht zu ihrem Anlage-Universum gehören, machte die Managerin des auf deutsche Nebenwerte spezialisierten Aktienfonds DWS German Small/Mid Cap bei dem im Portfolio lange prominent vertretenen Titel Kasse. Genau zur rechten Zeit: Zwischen Anfang Oktober und Mitte März plumpste die Wirecard-Aktie wie ein Stein in die Tiefe, von 190 Euro auf zwischenzeitlich unter 100 Euro.

Zwar kamen beim Wirecard-Absturz – wie fast immer in solchen Fällen – mehrere Faktoren zusammen. Trotzdem zeigt dieses Beispiel wieder einmal, wie simpel die Börse im Grunde genommen funktioniert. Zum einen gibt es da das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Steigt ein Unternehmen in den Dax auf, müssen sich die großen ETF-Anbieter mit dem Titel eindecken, um damit ihre Indexfonds zu bestücken. Das schafft quasi automatisch Nachfrage, die im Vorfeld der Umstellung weitere Interessenten anlockt. Damit ist es am Tag der Index-Aufnahme schlagartig vorbei. Gleichzeitig steigt das Angebot, weil viele Trittbrettfahrer ihre Gewinne mitnehmen wollen.

Rang Fonds Punkte gesamt Pkt. Perfor-mance Pkt. Stress-test Pkt. Aktives Mgmt. Vol. in Mio. Euro ISIN
1 DWS German Small/Mid Cap 64 34 13 17 205 DE0005152409
1 Lupus Alpha Smaller German Champions 64 24 20 20 595 LU0129233093
3 KR Fonds Deutsche Aktien Spezial 59 9 30 20 183 LU0310320758
4 Deka-Deutschland Nebenwerte CF 57 24 19 14 133 LU0923076540
5 Uni-Deutschland XS 40 16 5 19 1061 DE0009750497
7 weitere Fonds

Doch es kommen noch zwei weitere Börsengesetze hinzu. Damit ein Unternehmen wie Wirecard überhaupt in den Dax aufsteigen kann, muss es zuvor über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich und überdurchschnittlich wachsen. Wer sich wie DWS-Managerin Schueler auf solche Firmen spezialisiert, liegt längerfristig fast immer vor dem Leitindex. Im Falle des DWS German Small Mid/Cap beträgt der Vorsprung über fünf Jahre 44 Prozentpunkte und über zehn Jahre sogar 320 Prozentpunkte. Wobei die höhere Performance – Börsengesetz Nummer 3 – mit deutlich höheren Schwankungen erkauft ist: In der Finanzkrise 2008 beispielsweise fiel der Anteilspreis des DWS-Fonds in der Spitze um knapp 70 Prozent, der Dax nur um 50 Prozent.

Wen das mitunter extreme Auf und Ab nicht schreckt, der sollte in der Tat einmal einen näheren Blick auf die Vergleichsgruppe „Aktienfonds Deutschland Nebenwerte“ riskieren. Hilfestellung gibt der jüngste Crashtest von DAS INVESTMENT, aus dem gleich zwei Fonds mit derselben Punktzahl als Sieger hervorgehen (siehe Tabelle): neben dem DWS German Small/Mid Cap noch der Lupus Alpha Smaller German Champions.

Björn Glück, Lupus Alpha

Was unterscheidet die beiden Spitzenreiter? In punkto Umsetzung des Anlagekonzepts nicht sonderlich viel. Wie Konkurrentin Valerie Schueler orientieren sich auch die Lupus-Alpha-Manager Björn Glück und Peter Conzatti bei der Suche nach Top- Unternehmen aus der zweiten Reihe an keinem Vergleichsindex und betreiben einen hohen Aufwand, um die richtigen Bausteine für ihren Fonds zu finden. „Wir haben rund 1.000 Unternehmenskontakte pro Jahr“, sagt Glück. Dabei favorisiert das Duo Geschäftsmodelle, die es als zukunftsträchtig und nachhaltig profitabel ansieht und die darüber hinaus möglichst hohe Eintrittsbarrieren haben. Natürlich soll auch die Bewertung stimmen – gemessen an Finanzkennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis oder dem Ertrag auf das eingesetzte Kapital. „Im besten Fall haben wir darüber hinaus noch eine andere Meinung als der Markt oder halten die Konsens-Gewinnschätzungen für zu niedrig“, ergänzt Glück.

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