Eine Wohnung oder ein Haus zu mieten, ist in Deutschland in den vergangenen Jahren und auch in den vergangenen Monaten deutlich teurer geworden. Die Teuerungen betreffen vor allem die beliebten Metropolen, doch auch in bislang preiswerteren Städten haben die Mieten zuletzt deutlich angezogen.

Ein großes Problem für den Wohnungsmarkt sind die höheren Zinsen. Die seit Sommer 2022 in schneller Abfolge gestiegenen Leitzinsen haben unter anderem auch die Bauzinsen in Deutschland steigen lassen. Teurere Kredite, höhere Inflation, gestiegene Energiekosten und Nachschublücken bei Baumaterialien: Am Neubaumarkt herrscht derzeit Flaute – was das Interesse an Wohnraum zur Miete weiter verstärkt.  

Das Immobilienvermittlungsportal Immowelt hat sich Mietangebote in den 15 deutschen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern angesehen. Demnach werden in jeder Stadt im Durchschnitt höhere Preise aufgerufen als noch vor einem Jahr. Konkret verglichen hat Immowelt das Preisniveau von Anfang Juli 2023 mit dem von Anfang Juli 2024. Dabei stellten die Analysten teils deutliche Preissprünge fest: In der Spitze verteuerte sich der Quadratmeter um 6,3 Prozent.

Als Referenzobjekte verglich Immowelt Mietangebote für eine 60-Quadratmeter-Wohnung mit zwei Zimmern, erbaut in den 1990er-Jahren und gelegen im ersten oder zweiten Stock. Bei den Mietpreisen handelt es sich um Nettokaltmieten bei Neuvermietung.  

Am teuersten ist es in München

 

„Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum stellt insbesondere in den Metropolen ein großes Problem dar”, sagt Piet Derriks. Der Immowelt-Geschäftsführer ist überzeugt: „In Zukunft dürfte sich die Situation am Mietmarkt aufgrund der anhaltenden Flaute beim Wohnungsneubau sogar noch verschärfen. Alle Vorzeichen sprechen für weitere Mietpreisanstiege.“

 

Besonders schwierig gestaltet sich die Situation laut Immowelt-Beobachtung in München. Die bayerische Landeshauptstadt weist unter allen deutschen Großstädten ohnehin das höchste Mietpreisniveau auf. Dennoch haben sich auch hier in den vergangenen zwölf Monaten die Mieten weiter verteuert, von 17,49 auf 18,12 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von 3,6 Prozent. Die Nachfrage ist trotzdem ungebremst, wie man bei Immowelt feststellt. Hintergrund: Viele Menschen haben keine Alternative, für sie ist der Kauf einer Immobilie in der Isarmetropole schlicht nicht leistbar. 

In Berlin hingegen wird die Situation durch einen starken Zuzug von außerhalb verschärft. Ihr selbst gesetztes Neubauziel hat die Stadt zuletzt zum wiederholten Male verfehlt: Statt 20.000 sind 2023 lediglich rund 16.000 Wohneinheiten gebaut worden.

Höchster Mietpreisanstieg in Bremen 

Den deutlichsten Preisanstieg hat in den vergangenen zwölf Monaten allerdings Bremen erlebt. Dort stiegen die Angebotsmieten von 10,28 auf 10,93 Euro pro Quadratmeter. Dieses Niveau ist im Vergleich zu Berlin und vor allem München zwar vergleichsweise moderat. Mit 6,3 Prozent Plus bei den Angebotsmieten verzeichnet Bremen allerdings den höchsten Anstieg unter allen Metropolen, die Immowelt untersucht hat.

Auf den nächsten Seiten lesen Sie, wie stark die Mieten in den deutschen Metropolen von Hamburg bis München und Düsseldorf bis Dresden innerhalb von zwölf Monaten angestiegen sind, gemessen an Angeboten auf der Plattform Immowelt. Die Bildergalerie ist aufsteigend nach Höhe des Mietenanstiegs sortiert. Bei Gleichstand wird die Stadt mit dem günstigeren Mietniveau zuerst genannt.

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