18 Fonds im Crashtest Die besten globalen Renten-Strategiefonds

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (rechts) und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker: Am Streit um Italiens Staatsschulden hat Fondsmanager Bruno Crastes mit dem H2O Multibonds viel Geld verdient. | © Getty Images

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (rechts) und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker: Am Streit um Italiens Staatsschulden hat Fondsmanager Bruno Crastes mit dem H2O Multibonds viel Geld verdient. Foto: Getty Images

Wer managt den derzeit besten Rentenfonds, den es in Deutschland zu kaufen gibt? Um diese Frage zu beantworten, hätte es eigentlich keines Crashtests bedurft. Natürlich Bruno Crastes – zumindest dann, wenn man als Grundlage der Bewertung die Leistung der vergangenen fünf Jahre heranzieht. Der Franzose, Gründer der Londoner Investmentboutique H2O, lässt der Konkurrenz mit dem von ihm und Co-Manager Jeremy Touboul gesteuerten H2O Multibonds nicht den Hauch einer Chance. Niemand sonst kann für sich auch nur annähernd in Anspruch nehmen, das Kapital der Anleger seit 2014 mit Anleihe-Investments verdreifacht zu haben. Manch Aktienfonds-Manager wäre froh, seinen Kunden die Hälfte davon zu präsentieren.

Um so etwas hinzubekommen, benötigt man Freiheiten. Nahezu unbegrenzte Freiheiten, die im Prinzip nur eine einzige Rentenfonds-Kategorie gewährleistet – jene der global anlegenden Strategiefonds. Wer dort antritt, darf im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben beinahe alles: Staats- und Unternehmensanleihen unterschiedlichster Bonität und Herkunft ins Portfolio holen. Die vielfältigen Möglichkeiten der Währungsmärkte ausreizen. An fallenden Kursen verdienen.

All dies und manches mehr haben Crastes und Touboul in den vergangenen Jahren erfolgreich getan. Immer wieder haben sie zudem Papiere gekauft, an die sich zeitweise kaum ein anderer Investor herantraute. Auf Peso lautende Mexiko-Anleihen nach der überraschenden Wahl von US-Präsident Donald Trump. Italienische Staatstitel, als die Konfrontation der neu gewählten Regierung mit der EU aus dem Ruder zu laufen drohte. Türkei-Bonds nach dem Absturz der Lira. Auch der steigende US-Dollar bescherte dem häufig mit Derivaten arbeitenden H2O-Duo seit Anfang 2018 prächtige Zuwächse. Immer frei nach Crastes‘ Motto: Ohne Risiko kein Gewinn.

Logisch, dass eine solche Anlagepolitik mit stärkeren Schwankungen einhergeht als der Kauf von deutschen Staatsanleihen oder dänischen Pfandbriefen. Doch obwohl eine aktienähnliche Volatilität von 18,3 Prozent und ein zwischen April 2014 und April 2019 möglicher maximaler Verlust von fast 30 Prozent durchaus den einen oder anderen potentiellen Käufer abschrecken könnte, ändern diese Werte nichts am Gesamtbild: Mit 78 von 100 Punkten entscheidet der H2O Multibonds mit großem Vorsprung den aktuellen Crashtest seiner Kategorie für sich (siehe Tabelle).

Rang Fonds Punkte gesamt Pkt. Perfor-mance Pkt. Stress-test Pkt. Aktives Mgmt. Vol. in Mio. Euro ISIN
1 H2O Multibonds 78 38 10 30 4,200 FR0010923375
2 Pictet Absolute Return Fixed Income USD 49 22 15 12 1,792 LU0988402060
3 Antecedo Euro Yield 47 12 22 13 20 DE000A1J6B01
4 Pimco Dynamic Bond Fund USD 43 22 10 11 3,120 IE00B464K924
5 Schroder Global Unconstrained Bond 42 21 8 13 66 LU0894412930
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Einer mit nur 26 Vertretern erstaunlich kleinen Kategorie, von denen überdies für eine Teilnahme am Crashtest acht zu klein oder zu jung waren. Offenbar trauen sich bislang nur wenige Rentenfonds-Anbieter zu, dem wirklich freien Stil zu frönen. Umso begehrter sind Produkte, die wie der H2O Multibonds eine entsprechende Erfolgsbilanz vorweisen können. Mehr als 4,3 Milliarden Euro haben Crastes und Touboul dort mittlerweile unter Verwaltung. Im gesamten Unternehmen sind es sogar 30 Milliarden Euro, die sich auf weitere Top-Performer wie H2O Adagio, H2O Allegro oder H2O Moderato verteilen.

Um auch künftig flexibel agieren zu können, hat H2O – seit 2011 eine Tochter von Natixis Investment Managers – deshalb zu Jahresbeginn für alle genannten Fonds Zugangsbeschränkungen erhoben. Neben dem üblichen, aber rabattfähigen Ausgabeaufschlag von bis zu 7 Prozent kommt eine zusätzliche Eintrittsgebühr, die für Großkunden bis zu ein Prozent und für Privatanleger sogar 5 Prozent beträgt. „Diese Entry Fee ist nicht verhandelbar und fließt direkt ins Fondsvermögen“, betont Natixis-Vertriebsdirektor Lukas Neubauer.

Ob sich das nach wie vor große Interesse dadurch eindämmen lässt, erscheint fraglich. Im laufenden Jahr hätten Käufer die zusätzlichen Gebühren bei einem Wertzuwachs von knapp 17 Prozent per Mitte Mai bereits locker wieder hereingeholt. Und auch wenn dies natürlich gerade bei weiter steigendem Volumen keine Gewähr für künftige Gewinne bietet – andere potenzielle Rendite-Überflieger sind in dem Segment schlichtweg nicht vorhanden. Von den 17 übrigen getesteten Angeboten schafften nur vier im Vergleichszeitraum ein Plus von mehr als 30 Prozent. Sieben andere liegen von April 2014 an gerechnet sogar im Minus. Hinzu kommt: Mit der Wahl der neu eingeführten „Super-Retail“-Anteilsklasse (ISIN: FR0013393329) lässt sich beim H2O Multibonds die neu aufgebaute Kostenhürde umgehen. Dort berechnet H2O statt einer Entry Fee lediglich eine um 0,5 Prozentpunkte höhere jährliche Managementgebühr als im Original (1,6 zu 1,1 Prozent).