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Skyline von Kuwait City: Die Gewichtung des Emirats im MSCI EM dürfte sich zunächst auf rund 0,55 Prozent belaufen.  | © Getty Images

18 kuwaitische Aktien neu im MSCI EM-Index Schwellenländer-Status für Kuwait ist Signal für eine neue Ära

Kuwait steht im Investmentbereich vor einer neuen Ära. Seine jüngste Heraufstufung in den MSCI Emerging Market (EM) Index Woche rückt das Land in den Blickpunkt zahlungskräftiger Investoren weltweit. Die Hochstufung ist daran geknüpft, dass bis November einige neue regulatorische Mechanismen betreffend internationale institutionelle Anleger eingeführt werden.

Der beträchtliche Anstieg der Liquidität, der in der Regel mit der Hochstufung auf Schwellenländer-Status einhergeht, bedeutet auch, dass Anleger in Kuwait Chancen durch einen stärker institutionalisierten und liquiden Aktienmarkt nutzen könnten.

Die Hochstufung Kuwaits durch MSCI ist das Ergebnis der Anstrengungen, die die Kapitalmarktbehörde des Emirats in den vergangenen zwei Jahren unternahm, um seinen Aktienmarkt für globale Anleger besser zugänglich zu machen. In dieser Zeit wurden spürbare Verbesserungen bei den Börsendienstleistungen für Verrechnung, Verwahrung und Abwicklung vorgenommen. Die Bedeutung der ausländischen Beteiligungen erhöhte sich, und der Prozess zur Einrichtung von Handelskonten für Anleger wurde vereinfacht.

Laut MSCI werden bis zu 18 kuwaitische Aktien für den MSCI EM Index zugelassen, wobei sich die aufgenommenen Titel auf Banken konzentrieren, die nach MSCI-Angaben rund 70 Prozent der Aktiengruppe ausmachen dürften. Die tatsächliche Umsetzung erfolgt jedoch erst im Mai 2020. Obwohl Kuwait bereits von den konkurrierenden Indexanbietern FTSE Russell (FTSE EM) und S&P Dow Jones als Schwellenland anerkannt wurde, stellt die Aufnahme des Landes in den Schwellenländer-Index von MSCI einen Meilenstein dar und dürfte für Kuwait zum bisher größten Liquiditätsereignis werden.

Internen Schätzungen von Franklin Templeton zufolge könnte die Gewichtung von Kuwait im MSCI EM sich zunächst auf rund 55 Basispunkte beziehungsweise 0,55 Prozent belaufen.

Basierend auf dieser Einschätzung erwarten die Analysten von Franklin Templeton Kapitalzuflüsse von insgesamt rund 10 Milliarden US-Dollar (2,5 Milliarden US-Dollar in passive Anlagen und 7,5 Milliarden US-Dollar in aktive Anlagen). Insgesamt flossen in den vergangenen zwölf Monaten Berechnungen der Kuwait Stock Exchange zufolge 1,9 Milliarden US-Dollar ausländischen Kapitals nach Kuwait. Dies war vorrangig durch die Aufnahme in den FTSE EM Index bedingt, die in zwei Stufen im September und Dezember 2018 erfolgte.

Gute Fundamentaldaten bringen die Kuwait-Story voran

Auch wenn man die Hochstufungen außer Acht lässt, ist eine Anlage in Kuwait grundsätzlich der Betrachtung wert. Mit seinen erheblichen Reserven, einer geringen Verschuldung und einem stabilen Bankensektor sticht Kuwait unter den Schwellenländern deutlich hervor. Nimmt man noch einen Breakeven-Ölpreis für den Staatshaushalt von lediglich 49 US-Dollar je Barrel für 2019 (der mit Abstand niedrigste in der Region) und ein „AA“-Kreditrating von Moody’s hinzu, könnte Kuwait als defensives Investmentziel mit niedrigem Beta angesehen werden, stellt Moody’s Investor Service fest.

Ein weiterer Faktor für die wachsende Attraktivität Kuwaits ist die an Dynamik gewinnende Diversifizierung. Kuwait erzielt weiterhin beträchtliche Fortschritte bei seinen Steuer- und Strukturreformen und hat sich dem Aufbau eines dynamischen und pulsierenden Privatsektors verschrieben. Auch wenn es noch ein weiter Weg ist: Die Ergebnisse von Kuwaits Maßnahmen, den Einfluss des öffentlichen Sektors auf die Wirtschaft zu verringern, sind aus unserer Sicht ermutigend.

Zugleich löst sich das Emirat von der Ölabhängigkeit durch die Entwicklung seiner Infrastruktur, indem es in Humankapital investiert und die Einbindung des Privatsektors fördert. Mit dem Regierungsprogramm Vision 2035 wurde die Blaupause für eine nachhaltigere Zukunft entworfen. Bisher wurden im Rahmen dieses Programms rund 60 Milliarden US-Dollar investiert. Möglicherweise kommen weitere 100 Milliarden US-Dollar hinzu, um den Weg für Wachstum frei zu machen. So dürfte allein Kuwaits „Northern Gulf Gateway Project“ das Bruttoinlandsprodukt des Landes um rund 220 Milliarden US-Dollar erhöhen.

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