19 Anleihe-Experten wagen einen Ausblick Wann ist ein Kursrutsch am Rentenmarkt zu befürchten?
- AB: „Leichte Normalisierung der Zinsrate“ Seite 1
- Aberdeen: „Auch Europa wäre betroffen“ Seite 2
- AXA IM: „Die Fed wirkt auf mich planlos“ Seite 3
- Bantleon: „Moderater Renditeanstieg“ Seite 4
- BlackRock: „Nur moderate Auswirkungen“ Seite 5
- Deka: „Treasury interessante Alternative“ Seite 6
- Deutsche AM: „Zinsanstieg im Dezember“ Seite 7
- EdRAM: „Keine Bedrohung der Märkte“ Seite 8
- Ethenea: „Fed bekommt letzte Chance“ Seite 9
- Fidelity: „Nicht vor Mitte oder Ende 2017“ Seite 10
- Franklin Templeton: „Langsam und stetig“ Seite 11
- HSBC GAM: „Dilemma der reflexiven Fed“ Seite 12
- JPMorgan AM: „Nur 1 Zinsanhebung 2017“ Seite 13
- M&G: „Der Markt wird vorbereitet sein“ Seite 14
- NN IP: „Anstieg wird moderat ausfallen“ Seite 15
- Schroders: „Chancen zur Alphagenerierung“ Seite 16
- T. Rowe Price: „Temporäre Korrektur“ Seite 17
- UBS AM: „Umfeld bleibt vorerst bestehen“ Seite 18
- Union Investment: „Zinswende schon vorbei“ Seite 19
„Der Markt wird vorbereitet sein“
Wolfgang Bauer, Fondsmanager im Retail Fixed Interest Team bei M&G:
„Sollte es zu keinen größeren Verwerfungen an den Märkten kommen, gehe ich davon aus, dass die Federal Reserve noch in diesem Jahr den Leitzinssatz um 25 Basispunkte anheben wird. Die amerikanische Volkswirtschaft ist insgesamt gut aufgestellt, besonders der Arbeitsmarkt ist stark. Auch liegt die Kernrate der Verbraucherpreisinflation mittlerweile wieder über der wichtigen 2-Prozent-Marke. Es gibt wirklich wenige gute Argumente, um den nächsten und meiner Meinung nach bereits überfälligen Zinsschritt weiter aufzuschieben.
Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass die Zinsen schon beim nächsten Fed-Treffen im November angehoben werden, allein schon aufgrund der zeitlichen Nähe zur amerikanischen Präsidentschaftswahl. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass Janet Yellen deutliche Signale in Bezug auf das Dezember-Treffen senden wird, um den Markt auf den bevorstehenden Zinsschritt vorzubereiten. Die Fed ist historisch gesehen sehr erfolgreich darin, überraschende Zinsanhebungen durch geschickte Kommunikation im Vorfeld zu vermeiden. Seit Mitte der 90er Jahre lag die vom Futures-Markt implizierte Wahrscheinlichkeit einer Zinssteigerung vor einer tatsächlichen Anhebung des Leitzinssatzes nie unter 70 Prozent. Daher gehen ich davon aus, dass der Markt auch dieses Mal darauf vorbereitet sein wird, sollte es tatsächlich zu einem Zinsschritt kommen. Auch im vergangenen Dezember fiel die Marktreaktion verhältnismäßig ruhig aus, trotz vieler warnender Stimmen im Vorfeld, die einen Kurssturz bei amerikanischen Staatsanleihen befürchteten.“

