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Destatis-Prognose für 2035 20 Millionen Menschen im Rentenalter

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Ohne Pandemie gäbe es 2035 noch mehr Ältere

Je nach Höhe des Wanderungssaldos würden im Jahr 2035 zwischen 41 bis 43 Personen ab 67 Jahren auf 100 Personen im Alter zwischen 20 und 66 Jahren kommen. Im Jahr 2020 betrug dieser sogenannte Altenquotient 31. Nach den Ergebnissen der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung auf Basis 2018 – ohne Berücksichtigung der Effekte der Pandemie – läge der Altenquotient im Jahr 2035 zwischen 43 und 46.

In den westlichen Flächenländern wird die Zahl der Menschen im Rentenalter in den nächsten 15 Jahren mit einem Plus von 25 Prozent besonders stark zunehmen. In den ostdeutschen Flächenländern, wo die Bevölkerung im Durchschnitt deutlich älter als im Westen ist, wird die Zahl der ab 67-Jährigen bis 2035 um 13 bis 14 Prozent steigen. Mit einem ähnlichen Anstieg von 12 bis 13 Prozent rechnen die Forscher bei den Stadtstaaten. Allerdings ist hier die Bevölkerung im Durchschnitt jünger als in den Flächenländern.

Fast jeder 3. Ostdeutsche wird 67 Jahre und älter sein

Im Jahr 2035 werden infolge dieser Entwicklungen in den westlichen Flächenländern zwischen 23 und 24 Prozent der Bevölkerung 67 Jahre und älter sein. Dies entspricht etwa dem Anteil der ab 67-Jährigen in den östlichen Flächenländern im Jahr 2020 (23 Prozent). Im Jahr 2035 wird dieser Anteil dort 28 bis 29 Prozent betragen. In den Stadtstaaten werden 2035 voraussichtlich 18 bis 19 Prozent der Bevölkerung in diesem Alter sein.

Gleichzeitig wird es bis zum Jahr 2035 deutlich weniger Menschen im Erwerbsalter geben. In den westlichen Flächenländern erwarten die Forscher bis 2035, dass es zwischen 7 und 11 Prozent weniger 20- bis 66-Jährige geben wird. In den östlichen Flächenländern könnte der Rückgang sogar 12 bis 15 Prozent betragen. Nur in den Stadtstaaten würde die Zahl der 20- bis 66-Jährigen weitgehend stabil bleiben.

Zuwanderung von 480.000 Erwerbsfähigen jährlich nötig

Um die Abnahme der erwerbsfähigen Bevölkerung bis 2035 zu kompensieren, müssten laut Destatis jedes Jahr 480.000 mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter nach Deutschland ziehen, als aus Deutschland auswandern. 300.000 davon müssten zwischen 20 und 40 Jahren sein. Nur dann könnte die Bevölkerungszahl in dieser Altersgruppe stabil bleiben.

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