20 Prozent Rendite

Bill Gross: Mexikanische Staatsanleihen „beste Idee“

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In einer Twitter-Mitteilung vor wenigen Tagen schrieb er, dass Mexiko die „attraktivsten Renditen der Welt“ biete. Kurz zuvor hatte er in einem Interview mit dem TV-Sender CNBC bereits erklärt, dass mexikanische Staatsanleihen seine “beste” Handels-Idee der jüngsten Zeit gewesen seien.

Der 71 Jahre alte Gross, der im September bei Pimco von Bord gegangen war, hatte sich erstmals vor drei Jahren als Mexiko-Bulle hervorgetan. Damals lobte er Anleihen und Währung des Landes in den höchsten Tönen, während sich Mexiko auf umfassende Änderungen in seiner Energiepolitik vorbereitete. Jetzt bei Janus wettet er darauf, dass eine sich verlangsamende Inflation die Notenbank dazu veranlassen wird, die Zinsen niedriger zu halten, als von Händlern erwartet.

„Er formuliert die Erwartung, dass es Mexiko gelingen wird, inflationäre Tendenzen erfolgreich zu dämpfen und geht davon aus, dass der Leitzins faktisch niedriger ausfallen wird als am Terminmarkt eingepreist. Er teilt seine Einstellung mit jedermann. Und ich muss sagen, sie scheint ziemlich angemessen“, sagte Michael Roche, Festverzinslichen-Stratege bei Seaport Global Holdings, in einem Interview mit Bloomberg.

Mexiko gehörte mit Stand vom 31. Mai dieses Jahres zu den Top-10-Investments im 1,5 Milliarden Dollar schweren Janus Global Unconstrained Bond Fund von Gross. Das geht aus Angaben auf der Webseite von Janus hervor. Der Fonds nutzt Derivate-Kontrakte für seine positiven Mexiko-Wetten.

Terminkontrakte am Markt legen den Schluss nahe, dass die Zentralbank die Leitzinsen von einem Rekord-Tief bei 3 Prozent bis zum Jahr 2020 auf über 7 Prozent anheben wird. Angesichts einer Jahresinflation von 2,88 Prozent - dem geringsten Wert in mehr als vier Jahrzehnten - und einer schwächelnden Konjunktur fällt es nicht schwer, zu verstehen, warum Gross nicht an einen derartigen Zinsanstieg glaubt.

In der vergangenen Woche hatte die mexikanische Notenbank erklärt, dass die Inflationsrate das laufende Jahre wohl unterhalb ihres Ziels von 3 Prozent beenden dürfte. Das wäre der niedrigste Wert seit 1968, als Angaben zu Preisentwicklungen auf Mexiko Stadt begrenzt waren.

Gross sagt, dass „er Verbindlichkeiten in der Mitte der Spanne mag, mit Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren“, erklärte Benito Berber, Analyst bei Nomura Holdings in New York. „Die Kurve preist Zinsanstiege ein. Aber unserer Meinung nach preist sie vielleicht mehr Anstiege ein, als es am Ende tatsächlich geben wird.“

Gross hatte im Juni 2012 damit begonnen, sich hinter Mexiko zu stellen. Damals sagt er, er möge die Anleihen des Landes mehr als Bonds aus Deutschland. Er begründete dies mit den höheren Renditen des mittelamerikanischen Landes und dem niedrigeren Verschuldungsgrad.

Zwar haben sich die Peso-Papiere seit damals besser als deutsche Anleihen auf Dollar-Basis entwickelt, wie Daten von Bloomberg zeigen. Dennoch hinkt der Ertrag von 7,1 Prozent dem Schwellenländer-Durchschnitt hinterher.

In seinem Interview mit CNBC vom 10. Juni richtete Gross die Aufmerksamkeit auf die inflationsgeschützten Anleihen von Mexiko. Händler würden einen zu hohen Aufschlag für die Bonds verlangen - verglichen mit ähnlichen US-Papieren. Zudem sei es möglich, dass mexikanische Anleihen einen Schub durch die Erholung des Peso erhalten. Dieser sei in den vergangenen Monaten „niedergeprügelt“ worden. Der mexikanische Peso hat zum Dollar seit Jahresanfang rund 4,8 Prozent nachgegeben, zeigen Bloomberg-Daten. Zum Vergleich: Der Euro hat im gleichen Zeitraum zum Dollar über sieben Prozent eingebüßt.

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