Hafen in Helsinki: Seit 2018 hat die Zentrale der Nordea Bank ihren Sitz in der finnischen Hauptstadt. | © imago images / agefotostock Foto: imago images / agefotostock

200 Jahre Nordea

Was die Fondsgesellschaft aus dem Norden so beständig macht

Manchmal ist es nicht allzu günstig, wenn Namen ähnlich klingen. Das erfährt auch Dan Sauer, als er die Frankfurter Bankenszene abtelefoniert. „Warum rufen Sie von einer Tankstelle an? Wir sind doch eine Bank“, bekommt er so oder so ähnlich immer wieder zu hören. Kein Wunder: Der Vertriebsmann steht in Diensten der Fondsgesellschaft Nordea Asset Management. Und deren Name klingt nun mal nach der bekannten Erdölfirma Dea („Wir tanken Sie auf“).

Das war im Jahr 2002 und ist heute kein Thema mehr. Aus dem damaligen Neueinsteiger ist einer der wichtigsten ausländischen Anbieter von Investmentfonds in Deutschland geworden, mit milliardenschweren Produkten in der Angebotspalette. Im Frühjahr wählten deutsche Fondsselekteure in einer Studie von Broadridge Financial Solutions Nordea auf einen beachtlichen siebten Platz unter den wichtigsten Fondsgesellschaften, direkt vor Fidelity und Pictet.

Nur Blackrock und J.P. Morgan Asset Management lagen als ausländische Anbieter weiter vorn. Sauer leitet seit über einem Jahrzehnt das Geschäft in Deutschland. Inzwischen ist das Vertriebsteam auf 15 Leute gewachsen.

Nordea Asset Management ist die Tochtergesellschaft der größten Bank Skandinaviens, der Nordea Bank. Der erste Teil ihres Namens ist ein Kunstwort und setzt sich aus „Nordic“ und „Ideas“ zusammen. Mit einer Bilanzsumme von rund 600 Milliarden Euro liegt sie noch vor der Danske Bank (536 Milliarden Euro). Sie bedient rund 10 Millionen Kunden und ist im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden aktiv, verwaltet Vermögen und vermittelt Versicherungen.

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Damit ist sie die größte Bank im Norden und stellt mit einer Marktkapitalisierung von 21 Milliarden Euro auch im europäischen Kontext ein Schwergewicht dar. 2018 verlegte sie ihre Zentrale nach Finnland, um an der Bankenunion der Eurozone teilnehmen zu können und demselben Regelwerk wie ein Großteil der europäischen Konkurrenz zu unterliegen.

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