Beim Sparen, zum Beispiel für die Altersvorsorge, können deutsche Haushalte im Niedrigzinsumfeld deutlich weniger Vermögen aufbauen, ergab eine Studie im Auftrag von Union Investment. Foto: Pixelio

Beim Sparen, zum Beispiel für die Altersvorsorge, können deutsche Haushalte im Niedrigzinsumfeld deutlich weniger Vermögen aufbauen, ergab eine Studie im Auftrag von Union Investment. Foto: Pixelio

200 Milliarden Euro

So viel kostet Sparer der Niedrigzins

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Wie lange wird das Niedrigzinsumfeld noch anhalten – und wie wirkt es sich auf die Vermögenssituation der Deutschen aus? Mit dieser Frage gab die Fondsgesellschaft Union Investment eine Studie beim Center for Financial Studies (CFS) in Auftrag.

„Noch lange“ – und  „sehr stark“, lautet die Antwort in Kurzfassung. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die gegenwärtigen niedrigen Zinsen ein wohl langfristiges Phänomen sind. Studienleiter Uwe Waltz, Volkswirtschafts-Professor an der Frankfurter Goethe-Universität, geht für die kommenden drei bis fünf Jahre von einem Realzins – also dem Zins nach Abzug der Inflation – zwischen 0 und 2 Prozent aus. Dieser Wert liegt weit unter dem Durchschnitt der Nachkriegszeit.

224 Milliarden Euro Verluste

Die Forscher ermittelten die entgangenen Zinserträge für deutsche Sparer. Bei einem unterstellten Zinsnachteil von zwei Prozentpunkten gegenüber dem langjährigen Durchschnitt häuften sich 224 Milliarden Euro Bruttovermögensverluste an. Berücksichtige man die Vorteile, die geringe Kreditzinsen etwa bei der Finanzierung von Immobilien ausmachen, komme man in fünf Jahren immer noch auf knappe 60 Milliarden Euro. Das ist ein Bruttovermögensverlust von 5605 Euro pro Haushalt. Netto liegt er bei 1586 Euro, hat das CFS errechnet.

Private Haushalte haben gleich in doppelter Hinsicht Verluste: Zinserträge bleiben aus und Anlageprodukte werfen weniger Rendite ab, fasst die Studie zusammen. Das macht sich auch bei der Altersvorsorge bemerkbar. „Die weitverbreitete Strategie bundesdeutscher Haushalte, in sehr liquide, risikoarme und daher niedrig verzinsliche Anlagen zu investieren, ermöglicht keinen langfristigen Vermögensaufbau etwa zur Altersvorsorge“, so Walz.

Die Sparer sollten ihr Anlageverhalten dringend an die Umstände anpassen, rät Union Investment. Anleger sollten vom sehr verbreiteten Anlageverhalten „Sicherheit zuerst“ abkommen und auch andere, risikoreichere Anlageklassen in Betracht ziehen.