2006: Geschlossene Fonds behaupten sich

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2006 konnten geschlossene Fonds mit einem Volumen von 11,6 Milliarden Euro bei Anlegern platziert werden. Gegenüber 2005 ist dies ein Rückgang um 5,3 Prozent. Diese Daten hat Fondsanalyst und „Fondstelegramm“-Herausgeber Stefan Loipfinger heute veröffentlicht. 2006 war erstmals keine Emission von Steuersparfonds mehr möglich. „Erwartet wurde ein wesentlich deutlicherer Rückgang“, so Loipfinger. Überraschend gute Platzierungsergebnisse in der zweiten Jahreshälfte haben den Wegfall der Steuervorteile weitgehend ausgeglichen. Allerdings haben 2006 rund 50.000 Anleger weniger einen geschlossenen Fonds gezeichnet als 2005.

Den größten Platzierungserfolg verbuchen wie schon 2005 die Private-Equity-Fonds: Sie haben um rund 65 Prozent zugelegt und liegen mit 2,3 Milliarden Euro auf dem dritten Platz nach Immobilienfonds und Schiffsbeteiligungen. Spürbare Einbrüche in Höhe von fast 14 Prozent haben indes die Schiffsfonds hinnehmen müssen. Nach mehreren Jahren mit stattlichen Umsatzerfolgen kamen 2006 nur 2,6 Milliarden Euro zusammen. Die Immobilienfonds behaupten ihren traditionellen ersten Platz und legen deutlich um 25 Prozent auf 4,96 Milliarden Euro zu.

Das Segment der Lebensversicherungsfonds bricht um fast 45 Prozent auf 846 Millionen Euro ein. Vor allem schlugen die fehlenden US-Policenfonds zu Buche. Die Erneuerbaren-Energien-Fonds sacken um rund ein Drittel auf rund 266 Millionen Euro ab. Noch dramatischer, wenngleich auch absehbar, war der Niedergang der Medienfonds.

Fondsanbieter mit dem größten Platzierungsvolumen ist nach wie vor MPC. Veränderungen bieten Platz 2 und 3. Hier rücken KGAL und der Neuling Macquarie auf. Sein Infrastrukturfonds 3 mit einem Gesamtvolumen von 744 Millionen Euro und 12.800 Anlegern dürfte der größte jemals in Deutschland aufgelegte geschlossene Fonds sein, meint Loipfinger. HCI wurde auf den vierten Platz verwiesen.

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