„2014 wird ein gutes Jahr für europäische Aktien und Value-Investments“

Viele Anleger fragen sich zu Beginn des Jahres: Kann 2014 ein so erfolgreiches Aktienjahr werden wie 2013? Gibt es überhaupt noch günstig bewertete Aktien in Europa? Können Value-Anlagen nach diesem fulminanten Anstieg erneut den Gesamtmarkt schlagen? Wir sagen „Ja“. Wir gehen davon aus, dass 2014 ein gutes Jahr für europäische Aktien, aber vor allem für Value-Investments wird.

Das Wirtschafts- und Börsenumfeld ähnelt zu Beginn des Jahres 2014 dem von 2003: Ein zyklisches Konjunkturtief fällt mit extrem niedrigen Bewertungen zusammen, während sich zugleich die Anzeichen einer Erholung mehren.

Wie damals befinden sich konjunktursensible Titel auf einem zyklischen Bewertungstief. Das gilt zum Beispiel für Zykliker wie Randstad, Intesa Sanpaolo, Daimler, Capgemini, Smurfit Kappa und CRH. Diese haben im letzten Jahr zwar zur Performance unserer Fonds beigetragen. Bei ihnen besteht aber weiterhin ein erhebliches Neubewertungspotenzial.

Jeden Tag führen wir quantitative Screenings und Analysen durch und identifizieren dabei immer noch sehr viele Titel mit Bewertungsabschlägen – und dies nicht nur bei Zyklikern. Auch im europäischen Telekommunikationssektor kamen attraktive Bewertungen mit positiven Katalysatoren zusammen.

Beispiele dafür sind BT und die Deutsche Telekom. Im Distributionssektor weisen Kingfisher nach wie vor einen deutlichen Bewertungsabschlag auf, obwohl sich das Wettbewerbsumfeld während der Krise bereinigt hat und zahlreiche Konkurrenten aus dem Markt gedrängt wurden. Zudem hat das Unternehmen die Umsetzung eines ambitionierten Restrukturierungsprogramms beschlossen.

Positive Jahresperformance an europäischen Aktienmärkten

Die europäischen Aktienmärkte erzielten das zweite Mal in Folge eine zweistellige positive Jahresperformance (2013 fast +20 Prozent), was vor allem der Normalisierung der Risikoprämien zu verdanken ist. Somit ergibt sich für das Jahr 2014 eine klassische Situation, bei der Konjunktur- und Bewertungstief zusammenfallen. Eine solche Konstellation gab es zuletzt im Jahr 2003.

Konjunkturbereinigt liegen die Bewertungen der europäischen Aktienmärkte 26 Prozent unter ihrem langfristigen Durchschnitt, und die Gewinne liegen 40 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Das Aufholpotenzial ist daher enorm, zumal sich die europäischen Unternehmen während der Krise gut geschlagen haben.

Viele von ihnen haben umfassende Restrukturierungsprogramme implementiert, um ihre Kostenbasis an das schwache Wirtschaftsumfeld anzupassen. Vor diesem Hintergrund wird sich selbst eine geringfügige Stabilisierung der Wirtschaft in ihren Heimatmärkten positiv auf die Gewinne auswirken, wie dies schon 2003 der Fall gewesen ist. Damals befand sich die Konjunktur in Europa auf dem Weg der Erholung (+0,7 Prozent), während die Gewinne der europäischen Unternehmen um mehr als 23 Prozent gestiegen waren.

Nachdem die europäischen Aktienmärkte in den Jahren 2012 und 2013 durch den Rückgang der Risikoprämien beflügelt wurden sind, dürften nun die gleichen Faktoren zum Tragen kommen wie 2003.

Wir analysieren auch künftig die europäischen Unternehmen in Bezug auf ihre Bewertungen und ihre innere Qualität. In diesem Sinne sprechen die gegenwärtigen Rahmenbedingungen eindeutig für die europäischen Aktienmärkte und ganz besonders für Value-Investments.

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