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Investmentchef der Bethmann Bank 2022 steigt die Volatilität von Aktien

Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse
Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse: Aktienanlagen dürften sich auch 2022 lohnen, jedoch müssen Investoren mit höheren Kursschwankungen rechnen. | Foto: Imago Images / Future Image

Der 26. November hat schon einmal einen Vorgeschmack auf das kommende Jahr gegeben. Am letzten Freitag im November rauschte der Dax aus Angst vor neuen Corona-Varianten um mehr als 4 Prozent nach unten und näherte sich wieder der Marke von 15.000 Punkten. Gleichzeitig schoss der Volatilitätsindex VDax New von 18,81 auf ein Tageshoch von 29,20 Punkten und näherte sich an sein Ein-Jahreshoch nur bis auf wenige Zähler an. Das entspricht einem Anstieg von rund 55 Prozent. Die Zeiten, in denen sich die Aktienkurse wie am Schnürchen fast nur nach oben bewegten, scheinen erst einmal vorbei zu sein.

Trotz der zunehmenden Nervosität gegen Jahresende war 2021 sicher ein gutes Aktienjahr. In Industrienationen erzielten Anleger positive Renditen und die Volatilität bewegte sich zumindest bis zum Herbst weitgehend auf einem niedrigen Niveau. Dies sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch 2021 insgesamt kein einfaches Aktienjahr war.

Zum einen haben sich einige Marktsegmente ziemlich schwach entwickelt. Das gilt beispielsweise für die Schwellenmärkte oder den Konsumgütersektor. Zum anderen mussten Anleger eine „Mauer aus Sorgen“ durchbrechen, die aus einer Verlangsamung der chinesischen Konjunkturdynamik und Problemen des dortigen Immobiliensektors entstanden war. Schließlich lasteten auch ein länger als ursprünglich erwartet anhaltender Inflationsdruck und die Aussicht auf eine weniger lockere Geld- und Fiskalpolitik auf der Markt- und Investorenstimmung.

Dennoch überwiegen weiterhin die Argumente für Aktien. So ist sowohl für die USA als auch für die Eurozone ein über dem Potenzial liegendes Wirtschaftswachstum zu erwarten, welches auch weiterhin von lockeren finanziellen Rahmenbedingungen, fiskalischen Stützungsmaßnahmen und dynamischen Arbeitsmärkten beflügelt werden dürfte.

Außerdem sind die Haushaltsersparnisse während der Corona-Krise beträchtlich gestiegen. Ein Teil dieser Ersparnisse ist vermutlich als aufgeschobener Konsumentenbedarf zu betrachten. Nicht alle dieser zusätzlichen Ersparnisse werden ihren Weg in die reale Wirtschaft finden – doch wenn auch nur ein Teil davon ausgegeben würde, könnte dies das Wachstum weiter stützen. Die Eurozone dürfte im kommenden Jahr um circa 3,9 Prozent wachsen, in den Vereinigten Staaten sollte sogar eine vier vor dem Komma stehen.

Der anhaltende Inflationsdruck hatte allerdings zuletzt einige Sorgen über die weitere Entwicklung der Unternehmensgewinne ausgelöst. Eine genauere Betrachtung zeigt jedoch im dritten Quartal einen durchaus starken Verlauf der Berichtssaison. In den USA betrug das Gewinnwachstum im Jahresvergleich rund 40 Prozent, in Europa lag die Zuwachsrate sogar bei mehr als 50 Prozent. Auch wenn das Wachstumstempo 2022 nachlassen dürfte, so bleibt die Erwartungshaltung für das kommende Jahr mit prognostizierten Gewinnwachstumsraten im hohen prozentual einstelligen Bereich auch weiterhin positiv.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Bewertungsniveaus weniger überhöht als Anfang 2021. Der MSCI World Index beispielsweise wird mit einem 2021er-KGV von 20 gehandelt, verglichen mit einem Vergleichsniveau von 26 zu Jahresbeginn.

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