Emmanuel Hauptmann, RAM Active Investments

Emmanuel Hauptmann, RAM Active Investments

22 Fragen an Emmanuel Hauptmann

„Die beste Honorierung ist die Anerkennung der Anleger“

1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld? Während meines Studiums habe ich ein Praktikum bei einem großen französischen TV-Konzern absolviert und dort an Bewertungsmodellen für den Kauf weiterer Sender gearbeitet. Dabei habe ich das Thema Buchhaltung wiederentdeckt

2. Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?
Für mein letztes Studienjahr im Ausland habe ich jüngeren Studenten persönliche Nachhilfestunden in Mathe und Physik gegeben

3. Haben Sie ein berufliches Vorbild? Charlie Munger, den analytischen Kopf hinter Warren Buffett

4. Die unsinnigste Börsen-Theorie, die Ihnen je untergekommen ist? Folge der Masse. Das bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass man sich notwendigerweise gegen sie stemmen muss ...

5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?
The Intelligent Investor von Benjamin Graham. Man sollte sich der Grundlagen immer bewusst sein

6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?
Ich analysiere die Bewertungen im Fonds und versuche nach vorne zu blicken

7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben? Die beste Honorierung ist die Anerkennung der Anleger, die wir für unsere Arbeit erhalten

8. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?
Immer wenn eine unserer Value-Positionen übernommen wird, manchmal mit einer substanziellen Prämie!

9. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?
Über den unverhältnismäßigen Erfolg von ETFs beziehungsweise von passiven Investments gegenüber aktiven Lösungen. Es gibt nicht einen einzig richtigen Weg zu investieren

10. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?
Einer Person, die etwas aufgibt, ohne dafür zu kämpfen

11. Was sammeln Sie? Kinofilme

12. Wann schalten Sie Ihr Handy aus?
Im Kino

13. Wem folgen Sie auf Twitter?
Meinem älteren Bruder, der mit Kidoteca eine spaßige Kinder-App geschaffen hat

14. Ihre liebste TV-Serie?
House of Cards – die Antwort war einfach. Ich verfolge nicht viele Fernsehserien, aber diese ist toll

15. Und wo schalten Sie sofort ab?
Bei Reality-Shows

16. Was weckt eher Ihre Leidenschaft – Fußball oder Rockmusik?
Rockmusik

17. Welches Konzert haben Sie jüngst besucht?
Ich habe das Konzert von Ben Harper und Charlie Musselwhite in Montreux letzten Sommer sehr genossen

18. Auf welchen Luxusartikel würden Sie nur ungern verzichten?
Auf meinen Montblanc-Stift – ein Geschenk von meiner Frau

19. Und wofür würden Sie notfalls sogar Ihr Konto überziehen?
Für Freiheit – egal wie hoch der Preis ist

20. Wein oder Bier zum Essen? Wein, am liebsten aus der Toskana

21. Welches Hilfsprojekt haben Sie jüngst finanziell unterstützt?
Children of the Dawn. Die Organisation hilft Waisenkindern von Aids-Opfern in Südafrika, eine bessere Zukunft zu gestalten

22. Wo wollen Sie leben, wenn Sie einmal nicht mehr Fondsmanager sind?
Ich habe Verwandte in Frankreich, Brasilien, Japan und Italien. Am wahrscheinlichsten werden Sie mich an einem dieser Orte finden

Emmanuel Hauptmann

Der 1979 in Neuilly sur Seine geborene Franzose studiert nach dem Abitur Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, zunächst in Paris, dann in London. Seine berufliche Karriere beginnt er 2002 im quantitativen Research von Morgan Stanley.

Zwei Jahre später wechselt er als Senior-Analyst zur Citigroup und 2007 dann zur Genfer Investmentboutique RAM Active Investments. Dort betreut Hauptmann insgesamt sechs quantitativ gesteuerte Aktienfonds, unter anderem den in den vergangenen Jahren sehr erfolgreichen RAM Emerging Markets Equities.

Dessen Titelauswahl beruht auf drei Modellen, die sowohl fundamentale als auch markttechnische Faktoren berücksichtigen und untereinander wenig korrelieren. Am Ende finden sich im Portfolio 200 bis 250 Aktien, die in der Mehrzahl nicht in den gängigen Indizes vertreten sind.



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