22 Fragen an John Stopford „Casablanca – so viele unvergessliche Zitate“

Wartet sehnsüchtig auf den Beginn jeder neuen Rugby-Saison: Investec-Fondsmanager John Stopford | © Investec

Wartet sehnsüchtig auf den Beginn jeder neuen Rugby-Saison: Investec-Fondsmanager John Stopford Foto: Investec

  1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Wahrscheinlich waren es die Krisen, die ich durchlebt habe. Die Savings-and-Loan-Krise in den späten 80er Jahren, die Anleihen-Blase im Jahr 1993, die Asienkrise, LTCM, der Dotcom-Burst, Lehman‘s – alles wichtige Lernphasen

  1. Wären Sie nicht Fondsmanager geworden, wären Sie heute …

… Historiker. Wenn wir nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, sind wir dazu verdammt, sie zu wiederholen

  1. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Hendrik du Toit – mein CEO seit 20 Jahren: Jemand, der eine unheimliche Fähigkeit hat, Trends zu sehen, bevor sie für den Rest von uns offensichtlich sind

  1. Welche andere Persönlichkeit imponiert Ihnen oder fasziniert Sie?

Sir David Attenborough – mit 92 Jahren immer noch vital und leidenschaftlich, weil er einen Job hat, den er liebt

  1. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds“ von Charles Mackay. Eine großartige Geschichte darüber, wie die Massenpsychologie die Märkte in verrückte Extreme treiben kann

  1. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Jeder Manager wird gute und schlechte Zeiten haben. Deshalb ist es entscheidend, sich über die Ziele des Portfolios im Klaren zu sein und darüber, wie der Investmentansatz auf dieses Ergebnis ausgerichtet ist. So kann man sich konzentrieren und den Glauben bewahren

  1. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Überheblichkeit ist gefährlich, Demut ist besser

  1. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Unser Team hat 2003 einen Fehler in der Berechnung der südafrikanischen Inflation entdeckt. Das führte letztlich dazu, dass die Daten angepasst wurden. Es gab eine Zinssenkung, die unseren Kunden zugutekam. Das Ganze führte zu einer kurzzeitigen Medien-Prominenz, die Spaß gemacht hat

  1. Welchem verpassten Investment trauern Sie noch heute nach?

Es gibt viele. Wahrscheinlich waren wir bei High Yields in der ersten Erholung nach der Finanzkrise zu vorsichtig

  1. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Darüber, dass sich die Zentralbanken im Autopiloten-Status befinden und es bedauern könnten, ihre Geldpolitik zu schnell angepasst zu haben

  1. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Kurzsichtig agierenden Politikern. Populisten sind gefährlich, aber Mainstream-Politiker brauchen eine bessere Antwort auf die Probleme der Welt