Moritz Rehmann managt den Gamax Funds Junior

Moritz Rehmann managt den Gamax Funds Junior

22 Fragen an Moritz Rehmann

„Mein letztes Konzert? Black Sabbath in München“

1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Nicht meine erste, aber meine wichtigste Erfahrung habe ich zur Jahrtausendwende gemacht. Damals habe ich mein erstes Auto mit dem Gewinn aus gerade noch rechtzeitig verkauften EM-TV-Aktien finanziert. Der anschließende Kollaps des Neuen Marktes ist bis heute eine unbezahlbare Erfahrung für das Risikomanagement, wenn es darum geht zu verstehen, wie tief eine Aktie fallen kann

2. Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?

Meine Eltern haben mich unterstützt, daneben habe ich während des Studiums bei einem Steuerberater und im Consulting gearbeitet. Das hat mir sehr bei der Entscheidung geholfen, kein Steuerberater zu werden – und es hilft mir noch heute bei der Bilanzanalyse

3. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Nein. Das liegt wohl auch daran, dass bei der aktuellen Volatilität auch klassische Vorbilder wie André Kostolany mit ihrer Buy-and-hold-Strategie an ihre Grenzen stoßen würden

4. Die unsinnigste Börsen-Theorie, die Ihnen je untergekommen ist?

Die unsinnigsten Börsentheorien sind am Ende immer jene, die zu begründen versuchen, warum historische Extremwerte dem aktuellen Vergleich nicht standhalten. „Diesmal ist alles anders“ kann an der Börse ein sehr teurer Satz sein, denn die Natur des Anlegers ändert sich nicht

5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Um den Begriff von Gier zu verstehen, auf jeden Fall Der Spieler von Fjodor Dostojewski. Dazu noch The Great Crash 1929 von John Kenneth Galbraith. Die Parallelen zu aktuellen Ereignissen sind immer wieder verblüffend

6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Die Motivation, besser zu sein, ist immer vorhanden. Wenn ich kurzfristig zurückliegen sollte, gehe ich in die Details, um die Unterschiede zu verstehen und entscheide dann, ob das Verhältnis von Chancen und Risiken eine Anpassung im Portfolio rechtfertigt

7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Am Abend mit dem Gefühl nach Hause zu gehen, das Richtige getan zu haben

8. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Immer wieder positives Kunden-Feedback – das motiviert am meisten!

9. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Darüber, dass schon seit einiger Zeit eine Äußerung der Notenbank fundamentale Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichen Daten und der Börse prompt ins Gegenteil verkehren kann

10. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Kein Kommentar

11. Was sammeln Sie?

Jeden Tag Börsenerfahrung – hier lernt man wirklich nie aus!

12. Wann schalten Sie Ihr Handy aus?

Stumm geschaltet wird nach US-Börsenschluss und im Konzert

13. Wem folgen Sie auf Twitter?

Dem Economist und für die sportlichen Momente im Leben dem Sneaker Freaker

14. Ihre liebste TV-Serie?

Neben dem Tatort – insbesondere aus Münster – Breaking Bad

15. Und wo schalten Sie sofort ab?

Bei Werbeunterbrechungen

16. Was weckt eher Ihre Leidenschaft – Fußball oder Rockmusik?

Rockmusik der 70er und 80er

17. Welches Konzert haben Sie jüngst besucht?

Black Sabbath in München

18. Auf welchen Luxusartikel würden Sie nur ungern verzichten?

Auf eine gute Flasche Wein

19. Und wofür würden Sie notfalls sogar Ihr Konto überziehen?

Wenn ich das nicht vermeiden könnte, hätte ich den falschen Beruf gewählt

20. Wein oder Bier zum Essen?

Kommt auf das Essen an. Wobei mit Craft-Beer die Grenzen zunehmend verschwimmen

21. Welches Hilfsprojekt haben Sie jüngst finanziell unterstützt?

Das Rote Kreuz, für den Kampf gegen Ebola

22. Wo wollen Sie leben, wenn Sie einmal nicht mehr Fondsmanager sind?

Ich habe das große Glück, auch als Fondsmanager schon im schönen München wohnen zu können, und würde diese Stadt mit der Nähe zu den Bergen nicht eintauschen wollen


Moritz Rehmann

Der 1978 in Berlin geborene Diplom-Kaufmann studiert nach dem Abitur Wirtschaftswissenschaften in Osnabrück und Münster und beginnt seine berufliche Karriere 2005 bei der in Pullach bei München ansässigen Vermögensverwaltung DJE Kapital AG, für die er noch heute arbeitet. Seit Juni 2010 betreut er zusammen mit Jan Ehrhardt den Gamax Funds Junior der italienischen Mediolanum-Gruppe. Dieser Anfang 1997 aufgelegte Fonds investiert in Aktien von Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen die junge Generation ansprechen und dadurch von den globalen demographischen Wachstumstrends und höheren verfügbaren Einkommen profitieren sollen.

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