Péter Varga

Péter Varga

22 Fragen an Péter Varga

„Auch hinter der unsinnigsten Theorie steckt eine kleine Wahrheit“

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1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

An der Uni habe ich zum ersten Mal meinen Lebensunterhalt selbst verdient. Ich fand es super, dass ich mein Geld ausgeben oder sparen konnte, wie ich es für richtig hielt

2. Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?

Die ersten zwei bis drei Jahre haben mich meine Eltern unterstützt. Zusätzlich bekam ich ein Stipendium wegen guter Noten. Gegen Ende des Studiums habe ich nebenbei für Zeitungsredaktionen und ein Forschungsprojekt an der Akademie der Wissenschaften in Ungarn gearbeitet

3. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Nicht nur eines, sondern mehrere. Ich bewundere Investoren, die konsistent ihre Benchmark schlagen, einen stabilen Total Return erwirtschaften und zusätzlich ihr eigenes Business aufgebaut haben

4. Die unsinnigste Börsen-Theorie, die Ihnen je untergekommen ist?

Mir fällt keine ein – auch hinter der unsinnigsten Theorie steckt eine kleine Wahrheit

5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Reminiscences of a Stock Operator von Edwin Lefèvre. Mir gefällt an dieser Geschichte, dass der Hauptakteur es im Verlauf mehrfach schafft, Höhen und Tiefen an der Börse zu überwinden. Trotzdem hat er sich immer wieder nach oben gekämpft und daraus Weisheiten mitgenommen. Ich bewundere diesen Kampfgeist und kann dem persönlich viel abgewinnen

6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?


Das ist zum Glück bisher selten vorgekommen. Da ich relativ ehrgeizig bin, braucht es nicht viel aktive Motivation. Wenn ich unzufrieden mit meiner Leistung bin, begutachte ich nochmals meine gesetzten Entscheidungen und versuche, meine Fehler nicht zu wiederholen

7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Ein Stück Karotte. Nein, war nur Spaß – eine der besten Belohnungen ist es, positives Feedback vom Kunden zu bekommen

8. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Dass wir den Espa Bond Emerging Markets Corporate in den vergangenen Jahren erfolgreich durch die schwierigsten Krisen gesteuert haben. Die Belohnung war ein rasant angestiegenes Fondsvermögen

9. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Eine Journalistin hat mich nach einem Interview um ein Foto gebeten und wollte wissen, ob ich darauf denn auch ungarisch aussehe. „Ja klar!“, habe ich gesagt. „Ich habe eine Wurst in der einen und eine Paprika in der anderen Hand!“ Blöde Frage, blöde Antwort.

10. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Ich bin nicht schüchtern, wenn es darum geht, meine Meinung zu sagen – aber das gehört nicht hierher

11. Was sammeln Sie?

Ich habe mal Briefmarken gesammelt, um Frauen zu beeindrucken. Seit ich verheiratet bin, ist es damit allerdings vorbei. Mein Sohn wird das Ganze erben – er kann dann weitersammeln …

12. Wann schalten Sie Ihr Handy aus?

Im Kino

13. Wem folgen Sie auf Twitter?

Niemandem

14. Ihre liebste TV-Serie?

Friends

15. Und wo schalten Sie sofort ab?

Abschalten kann ich bei der Gartenarbeit am Plattensee, aber wenn Sie wissen wollen, welche Sendung ich auf den Tod nicht leiden kann: Der Bachelor. Die Sendung ist erniedrigend. Da kann ich einfach nicht zusehen.

16. Was weckt eher Ihre Leidenschaft – Fußball oder Rockmusik?

Fußball

17. Welches Spiel haben Sie jüngst besucht?

Das Freundschafts-Länderspiel Österreich gegen Brasilien in Wien

18. Auf welchen Luxusartikel würden Sie nur ungern verzichten?

Fernreisen. Neue Dinge und Abenteuer in fremden Kulturen zu erleben, reizt mich sehr

19. Und wofür würden Sie notfalls sogar Ihr Konto überziehen?

Tickets für die Formel 1 in Abu Dhabi

20. Wein oder Bier zum Essen?

Am Würstchenstand Bier, zum Karpfenfilet Weißwein und zum Rindersteak eine Flasche guten Rotwein – am besten von meinem Vater. Er macht die besten Weine, er ist nämlich Hobby-Winzer

21. Welches Hilfsprojekt haben Sie jüngst finanziell unterstützt?

Die Kinderkrebshilfe

22. Wo wollen Sie leben, wenn Sie einmal nicht mehr Fondsmanager sind?

In der Nähe meiner Kinder


Péter Varga

Der 1976 in Esztergom geborene Ungar studiert von 1994 bis 2000 Wirtschaftswissenschaften in Budapest und beginnt danach seine berufliche Karriere bei der Union Investment in Frankfurt. Dort managt er neben mehreren Fonds für Wandel- und Unternehmensanleihen auch zwei Total-Return-Fonds, bevor er 2005 zur Erste Sparinvest nach Wien wechselt. Als Spezialist für Schwellenländer-Unternehmensanleihen mit Schwerpunkt auf der GUS-Region betreut er dort unter anderem den 2007 aufgelegten Espa Bond Emerging Markets Corporate.

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