3 Einschätzungen So reagieren Fondsmanager auf die Vorwürfe gegen Grenke

Auf Anfrage von DAS INVESTMENT hat sich auch Christoph Bruns, Vorstand und Fondsmanager bei der Fondsoutique Loys, zuden Vorwürfen gegen Grenke geäußert. Anteile an dem Unternehmen hält man bei Loys nicht.

Christoph Bruns
Foto: Loys

Christoph Bruns: „Die Aktie der Grenke AG ist aufgrund eines Analyseberichtes der Plattform Viceroy Research, hinter welcher der Leerverkäufer Fraser Perring steht, stark unter Druck geraten. Für Außenstehende sind die Vorwürfe schwierig zu beurteilen, weil Bilanzen von Finanzierungsgesellschaften und Banken grundsätzlich komplex und mitunter intransparent sind. Gleichwohl beschränken sich die Ähnlichkeiten zwischen Grenke und Wirecard lediglich auf den Aktienkursverlauf, weil die Geschäfte sehr unterschiedlich sind. Immerhin aber genoss Grenke an der Börse ähnlich wie Wirecard in den vergangenen Jahren große Beliebtheit. Entsprechend hoch war auch hier die Fallhöhe. Die vormalige hohe Börsenbewertung war auch der Grund, warum die Loys AG - genau wie im Fall Wirecard - keine Stücke von Grenke gehalten hat.

Insgesamt ist das Geschäft von Grenke weniger spektakulär und die Besitzverhältnisse weisen den Firmengründer als größten Aktionär aus. Zudem verfügt Grenke über Kontenbestände bei der Deutschen Bundesbank. Nachdem aber inzwischen ein erheblicher Kursverlust eingetreten ist, dürfte es für Anleger zu spät sein, auf die Vorwürfe durch Aktienverkäufe zu reagieren. Daher ist es jetzt das Klügste, den Aufklärungen der kommenden Tage und Wochen große Aufmerksamkeit zu widmen. Sofern sich die im Raum stehenden Vorwürfe als falsch erweisen, besteht bei der Aktie Kurserholungspotenzial. Da aber die Gewissheit fehlt, handelt es sich mithin um eine Spekulation. Investoren werden die Aktie zunächst meiden, bis Klarheit in der Sache besteht.“

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