Iris Bülow (Redakteurin)

3 Einschätzungen So reagieren Fondsmanager auf die Vorwürfe gegen Grenke

Fondsmanager Georg von Wallwitz, Geschäftsführer und Fondsmanager beim Fondsanbieter Eyb & Wallwitz, rät angesichts der Anschuldigungen gegen Grenke zu Zurückhaltung mit schnellen Urteilen. Eyb & Wallwitz habe in der Vergangenheit in Grenke-Anleihen investiert. Aktuell halte das Haus keine Grenke-Titel mehr.

Georg von Wallwitz
Foto: Eyb & Wallwitz

Georg von Wallwitz: „Fraser Perring ist ein Profi, und wenn er sich so aus dem Fenster lehnt, dann lohnt es sich, zuzuhören. Ob die Vorwürfe stimmen, kann ich nicht beurteilen, das wissen nur die Insider. Einige der Vorwürfe klingen plausibler, andere weniger. Ein Vorwurf lautet: Das Geld, welches auf Konten liegen müsste, liegt dort nicht (wie bei Wirecard). Das ist ein Vorwurf, der sich sehr schnell verifizieren oder zurückweisen lässt. Ich halte seine Richtigkeit aber für eher unwahrscheinlich. Wenn ich die Aufsicht wäre, würde ich mir den Vorwurf, dass Insider sich auf Kosten der Aktionäre bereichert haben, jedenfalls genauer ansehen, ebenso wie die Behauptung, durch viele überteuerte Leasingverträge würde Geldwäsche betrieben.

Die Ähnlichkeiten zum Fall Wirecard sind sehr überschaubar. Bei Wirecard wurde ein Unternehmen systematisch vom Management ausgeplündert. Bei Grenke steht dieser Vorwurf im Hintergrund. Im Vordergrund steht der Vorwurf, dass das Unternehmen schlecht und auf Kosten der Aktionäre gemanagt wird und dabei gegen die Geldwäschegesetze verstößt.

Wenn am Freitag nicht eine sehr gute Antwort des Unternehmens auf die Vorwürfe kommt, sehe ich keinen Grund für Anleger, die Aktie zu halten. Sie wird dann zu einem Spekulationsobjekt. Wir sind Investoren mit langfristiger Perspektive und daher wissen wir gerne, in was wir unser Geld investieren. Eine Aktie, die einmal in einen solchen Strudel gerät, ist etwas für Leute, die den Nervenkitzel suchen, den wir gerne vermeiden wollen. Ob die zunächst massenhaft einsetzende Flucht aus der Aktie übertrieben, war, weiß man aber immer erst hinterher.

Wir sind aktuell nicht in Grenke investiert. In der Vergangenheit hatten wir lediglich Anleihen des Unternehmens, aber auch das ist schon eine Weile her. Um die Aktie haben wir immer einen Bogen gemacht.“

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