3 Prozent der Anteile übernommen George Soros beteiligt sich an GAM

Investor George Soros steigt bei dem Schweizer Fondsanbieter GAM ein. | © Getty Images

Investor George Soros steigt bei dem Schweizer Fondsanbieter GAM ein. Foto: Getty Images

US-Investor George Soros ist beim Schweizer Fondshaus GAM eingestiegen. Das berichtet die "Financial Times". Die Aktie des Unternehmens ist nach Bekanntwerden der Beteiligung am heutigen Freitag bis mittags um 20 Prozent in die Höhe geschossen.

Laut einer Meldung der Schweizer Börse Six hat das Unternehmen SFM UK Management, eine Tochtergesellschaf von Soros Fund Management, insgesamt 4,9 Millionen Aktien erworben. Damit besitzt der Investor über seine britische Gesellschaft rund 3 Prozent der Stimmrechtsanteile an GAM.

„Wenn Soros eine nicht unerhebliche Beteiligung an einem Unternehmen eingeht, beweist das üblicherweise ein gewisses Vertrauen in das Geschäft“, zitiert die Financial Times einen namentlich nicht näher bezeichneten Analysten.

George Soros hat sich an den Finanzmärkten mit mehreren spektakulären Wetten einen Namen bemacht. Legendär wurde sein Engagement gegen das britische Pfund, das die Währung 1992 zum Absturz brachte. Nebenher hat betreibt der Milliardär über selbst gegründete Stiftungen auch ein umfangreiches gesellschaftliches Engagement.

Das Schweizer Fondshaus GAM war 2018 in die Schlagzeilen geraten, nachdem Fondsmanager Tim Haywood zunächst von seiner Arbeit freigestellt wurde und in der Folge das Haus verlassen musste. Haywood habe gegen hauseigene Anlagebestimmungen verstoßen, hieß es von GAM. In der Folge zogen Anleger massenweise Geld aus den von Haywood betreuten GAM-Fonds ab. Die Liquidierung der Fonds dauert an.

Auch nach Haywoods Abgang rumorte es bei GAM weiter: Ende 2018 erlebte das Unternehmen eine regelrechte Entlassungswelle, 18 Mitarbeiter sollten ihren Hut nehmen. Im Zuge der Unstimmigkeiten trat auch Vorstandschef Alexander Friedman zurück. Als neuer Chef steht mittlerweile David Jacob an der Spitze von GAM.

Auf der Hauptversammlung Anfang dieses Monats präsentierten die Aktionäre dem Unternehmen die Quittung, in dem sie dem GAM-Vorstand die Entlastung verweigerten. Am Rande der Versammlung machte auch die Causa Haywood noch einmal von sich reden: Der ehemalige GAM-Fondsmanager sei persönlich zur Hauptversammlung angereist, habe vor Ort  allerdings keinen Zutritt erhalten, berichtete das Schweizer Finanzportal „Finews“.

Zu der aktuellen Anteilsübernahme durch George Soros wollte GAM sich gegenüber der Financial Times nicht äußern. SFM UK Management sei für einen Kommentar nicht erreichbar gewesen.